27.08.08

Remember... no rain... no rainbows!

Huhu,
diesmal gibt es von mir keine ellenlangen Reiseberichte, im Moment fehlt mir leider die Zeit dazu.
Aber ihr koennt Euch gerne vorstellen, wie es mir so geht und was ich so mache... - habe die Bilder von letzter und dieser Woche im Fotoalbum hochgeladen :)!

http://picasaweb.google.com/einJo9/Part3

Liebe Gruesse an alle Daheimgebliebenen, Jo

19.08.08

Riesenkakerlaken und Platzregen

So, 10.08.08

- vielen lieben Dank an alle lieben Kommentarschreiberlinge und Mitleser =)! Freut mich immer total zu lesen, was ihr so macht und wie es euch geht. Danke danke danke ;)


Hallihallo :),
schon wieder ist eine Woche rum und schon wieder gibt’s soviel zu berichten…
Ich habe diese Woche mehr oder weniger Stall und Haushalt alleine geführt – jedenfalls von Dienstag bis Samstag. Ganz alleine war ich nicht, aber Sharon, drei der Kids und ab Donnerstag Joe, sind nach Dublin zur RDS gefahren (RDS ist ein riesiges und sehr bekanntes Springturnier). Da sich die Familie im Februar dafür nicht qualifiziert hat, sind sie diesmal nur Zuschauer gewesen.
Killian ist „zurückgelassen“ worden und da ich nicht den ganzen Tag auf ihn aufpassen konnte – musste ja noch die Stallarbeit machen – ist Sharons Mutter „Agatha“ für zwei Tage gekommen.
Montag diese Woche waren wir aber noch bei einem Springturnier in Kilkenny, bei dem Susan diesmal auch einen Preis abstauben konnte ;). (Achja: Und am Sonntag haben wir wieder bei diesem superschicken italienischen Restaurant gegessen :D)
Meine Aufgaben für diese Woche bestanden nun also nicht nur darin, die Pferdchen zu füttern, auszumisten, zu longieren, etc. sondern auch Wäsche zu waschen, Geschirrspüler auszuräumen, Schuhe zu putzen, Betten zu machen und… zu bügeln! Meine ersten Bügelversuche habe ich still und heimlich – und zum Glück unbeobachtet – im Waschraum gemacht. Anfänglich dachte ich ja, dass dieses Dampfbügeleisen und ich niemals Freunde werden können, aber inzwischen (nach so 6-7 Stunden hardcore-Bügeln) scheine ich den Dreh raus zu haben ;D!
Damit es Killian auch nicht langweilig wird – und er mal vom Fernseher wegkommt – habe ich u.a. mit ihm French Toast gemacht, war Kastanien sammeln, bin mit ihm und dem Quat auf dem Feld rumgefahren und war am Freitag im Kino zu „Wall-E“. Wall-E ist ein neuer Animationsfilm von Pixar, der mehr oder weniger kritisch Klimawandel und Umweltverschmutzung behandelt.
Wo wir einmal von Filmen reden… hier kommt gerade eine Reality Show im Fernsehen, die echt lustig ist. Mehrere Freiwillige, jeder unterstützt eine Charity Organisation, müssen alleine ein Hotel führen und dort die verschiedensten Aufgaben (und Abenteuer) bestehen. Am Montag z.B. war eine holländische Nudistengruppe zu Besuch und zwei von ihnen haben doch tatsächlich ein Bügeleisen auf ihr Zimmer bestellt…??!
Meinen 4. (ja, erst diese Woche war der 4….) freien Tag am Donnerstag habe ich in Waterford verbracht. Waterford ist vergleichsweise soooo schön einfach per Zug oder Bus zu erreichen, da muss man einfach hin ;). Deshalb bin ich frühs ziemlich zeitig aufgestanden, habe die Pferde gefüttert + versorgt und dann hat mich Joe mit in die Stadt zum Bahnhof genommen.
Am Bahnhof angekommen ist mir relativ schnell ein Junge aufgefallen, der auf meiner „most fucked up“-Liste ganz oben stehen würde! Dreckiges T-Shirt, schlabbrige Hose, Piercing, lange (ungewaschene) Haare, Ohrstöpsel, Zigarette im Mund und den angepisstesten (lustiges Wort) Blick, den ich je gesehen habe. Ja, das war der erste Eindruck, den ich von Luke hatte *g*. Am Abend habe ich dann den Grund für seinen Blick am Morgen erfahren – kein Schlaf die ganze Nacht davor ;). Mit ihm konnte ich mich super über Musik, irische Trinkgewohnheiten vs. Zigaretten, sein abgefackeltes Zimmer (Oo!), Strandbesuche, etc. unterhalten. Er geht in zwei Wochen zu Metallica nach Dublin, bei ihm spielen aber Tenacious D als Support Band! (Bei uns war es ja Machine Head) Da wir den gleichen Zug zurück genommen haben, hat er mir abends noch ein paar gute Pubs und Night Clubs gezeigt.
Aber zurück zu meinem Tag in Waterford: dort angekommen, habe ich mich gleich auf den Weg zum Museum of Treasures gemacht. Das Museum startet in der 3. Etage und auf dem Weg nach unten behandelt es die irische Geschichte (bzw. die Geschichte von Waterford) seit der Eroberung der Vikinger. Waterford ist übrigens Irlands älteste Stadt, und wurde von den Vikingern „Vaterfjorde“ getauft. Mein Timing an diesem Tag war spitze, denn genau als ich mit dem Museum fertig war, begann Jack Burtchaell’s Stadttour vor dem Eingang. Da außer mir nur zwei Familien (die eine war aus Californien und ich habe sie später noch bei Waterford Crystal und in Kilkenny getroffen *g*) die Tour besuchten, hatte das ganze eine richtig schöne familiäre Atmosphäre ;). Die Tour führte uns durch den kompletten Stadtkern, vorbei an der Holy Trinity Cathedral, der Christ Church Cathedral (sehr schön!), der French Church und endete am Reginald’s Tower, welcher über 1000 Jahre alt ist! Nun kenne ich mich also auch ein bisschen in Waterford aus - ich weiß auch wo ein guter Buchladen, ein toller Secondhand Buchladen und Oxfam ist ;). Da Waterford direkt am Fluss und Nahe an der Küste liegt, haben die Menschen im Mittelalter „ihre“ Verbrecher übrigens unter der Brücke aufgehängt, sodass sie später einfach die Seile durchschneiden brauchten und so Gräber sparen konnten. Außerdem wurde der erste Frosch in Waterford gefunden und Waterford war die einzige Stadt, die lange von Cromwell belagert wurde und standhielt xD.
So, jetzt könnt ihr euch ja fast schon eine Stadttour sparen, was ;)?
Da ich abends den letzten Zug zurück nach Kilkenny nehmen wollte, hatte ich Zeit per Bus zum etwas außerhalb gelegenen Waterford Crystal zu fahren. Ich persönlich hab vorher noch nie etwas davon gehört, aber als ich die Touristenströme (die völlig aus dem Häuschen waren) gesehen habe, dachte ich mir, dass es wohl relativ bekannt sein muss ;). Dank etlicher Besucher gibt es dort alle 20 Minuten eine Tour, sodass ich nicht lange warten brauchte, um mir die Herstellung von Waterford Crystal anzuschauen *g*. Jetzt weiss ich eindeutig: ich bevorzuge irische Burgen und Kirchen um einiges mehr - und ebenso die Führungen in diesen. Aber wem’s gefällt…
In Kilkenny angekommen und von Luke verabschiedet habe ich mich mit Conor im gleichen Pub wie die Wochen zuvor zum leckeren Abendbrot getroffen (hmmmm… Nudeln =), irische Küche ist echt nicht so schlecht wie behauptet wird). Danach ging es in die verschiedensten Pubs und Night Clubs von Kilkenny, angefangen von traditionellen Pubs mit irischer Musik, bis hin zu „Langtons“ einem absoluten Szene-Club, bei dem schon eine halbe Stunde vor Beginn die Leute Schlange stehen. Überaus lustig ist es übrigens, Iren absolut sinnlose deutsche Wörter wie „Schaufänsterpupäännnn“ beizubringen *g*. Am gleichen Abend sind auch die lustigen (künstlerisch absolut wertvollen!) Bilder von Conor + mir am Fluss entstanden – um so auch dezent auf die anderen Bilder im Fotoalbum hinzuweisen ;)!
Am Samstag habe ich mich dann nachmittags mit Claudi aus Deutschland getroffen, welche im Moment als Au-Pair/bzw. Agrihome Mädel im Co. Waterford arbeitet ^^. Wenn ich das hier so schreibe, klingt das immer so als würde ich den ganzen Tag nur Freizeit und Spaß haben, aber eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall :(. Das mussten Claudi + ich an diesem Tag leider auch wieder zu spüren bekommen, denn anstatt bis 18.00Uhr mit ihr auf Tour zu sein, musste ich plötzlich um 16.00Uhr (relativ grundlos) wieder zum Anwesen hetzen, um ein Pferd reinzubringen. Hat mich ziemlich geärgert, aber nichtsdestotrotz war es toll, Claudi mal live kennenzulernen =).
Da am Samstag auch das Kilkenny Arts Festival begonnen hat, bin ich abends noch einmal in die Stadt gegangen. Das Festival kann man sich einfach nicht entgehen lassen, schließlich ist es nicht ohne Grund eines der Berühmtesten in Irland. Die komplette Stadt steht Kopf, Schlafmöglichkeiten sind Gold wert und an ein Durchkommen via Auto (oder gar Fuß) ist kaum zu denken. Den grandiosen Auftakt für das Festival haben Helios II, eine Artistengruppe aus Frankreich, gebildet. Sie sind mit einem Auto, umgebaut als eine Riesenkakerlake, durch die Straßen zum Schlosspark gezogen. Lustigerweise sind sie am Eingang zum Schloss mit ihrer Kakerlake steckengeblieben, diese verdammten mittelalterlichen Gebäude aber auch ;)! Nach einigem Manövrieren und Umlenken haben sie es dann aber geschafft, und konnten ihre Show fortsetzen.

Mo, 18.08.08
Leider waren Helios II und einige Straßenkünstler aber das Einzige, was ich vom Festival mitnehmen konnte, da ich am Montag nachmittag mit der Familie (außer Killian, der blieb mit Oma zu Hause und Joe + James, die gerade in China zu den Olympischen Spielen sind) Richtung Millstreet, Co. Cork aufgebrochen sind. Denn dort fand die seeeehr gut besuchte Millstreet Showjumping Summer Show statt und wir hatten 5 Pferde „im Gepäck“.
So verbrachte ich nun wieder eine Woche zwischen provisorischen Boxen, Springarenen und im nassen, überfüllten Lorry. Diesmal hatte ich aber supernette Begleitung in Form von Emily aus Waterford! Emily kannte Sharon durch den Reitsport und war mit einem ihrer drei Pferde alleine zum Turnier angereist. Da sie nur einen Jeep + Anhänger besaß, hat sie den Schlafplatz neben mir im Lorry belegt. Einige Tage später folgten dann einige ihrer Freunde (ebenfalls größtenteils aus Waterford), allerdings nur als Zuschauer. Besonders lustig war hierbei Emma aus Clonmel. Ich glaube sie war die ganze Woche betrunken und dabei die liebenswürdigste Person, die ich je getroffen habe xD. Besonders toll fand sie das „Bouncing castle, bouncing castle – let’s go to the bouncing caaaaaastle!“ , welches am Donnerstag abend von uns “behüpft” wurde und am nächsten Tag ominöserweise nicht wieder aufgeblasen wurde Oo.
Außerdem zeigte sie ein ausgeprägtes Interesse an der deutschen Sprache. Innerhalb des ersten Abends hatte sie „Das da ist mein Freund. Ich habe die Hosen in unserer Beziehung an.“ auswendig gelernt und das für den Rest der Woche ständig wiederholt. Ihr Freund sagte dann darauf nur „Ja, ich bin ihr Sklave.“ Ich glaube, ich sollte Deutschlehrer für Iren werden, das ist ein Heidenspaß ;)!
Am Mittwoch Nachmittag habe ich meine einmalige Chance genutzt, alle Turniere für diesen Tag fertig und auch sonst alle Arbeit erledigt, und bin per Zug nach Killarney gefahren! Zum Glück hatte Millstreet einen Bahnhof (auch wenn 3km, gefühlte 10km, außerhalb) und eine direkte Zugverbindung dorthin. Nach ca. 30 Minuten Zugfahrt habe ich dann schon die ersten atemberaubenden Berge, umhüllt von Nebel, ausmachen können. Killarney an sich ist absolut vom Tourismus geprägt, kein Wunder, wenn DER Killarney National Park direkt nebenan liegt. So reihte sich also ein Souvenirshop an den anderen und „irisches englisch“ war eher Mangelware.
Nach einer Tour durch die Stadt stand ich dann am Eingang des Nationalparks und habe die wunderschöne Landschaft bewundern können. Der Park ist für knappe 2 Stunden Zeit + nur Füße als Transportmittel natürlich viel zu groß, aber ich hatte Zeit mit das Ross Castle und Knockreer House & Gardens anzuschauen. Ross Castle liegt ca. 3km innerhalb des Parks nach einem ca. 30 Minuten Fußmarsch habe ich es, direkt am Lower Lake liegend, ausmachen können. Untermalt von Blind Guardian und einem kurzen Regenstopp, fühlte ich mich doch glatt ins goldene Mittelalter zurück versetzt ^^.
Auf dem Weg zurück setzte der Regen natürlich wieder ein und ich durfte erneut die unter Wasser gesetzten Wege durchwaten (siehe Bilder *g*). Doch wie es sein muss, hörte der Regen genau dann auf, als ich triefend und völlig außer Atem auf dem Hügel von Knockreer Gardens ankam. Belohnt wurde ich außerdem mit zwei wunderschönen Regenbögen vor grandioser Landschaft =). Der Trip hat sich wirklich gelohnt ;)!
Abends musste ich allerdings Emily enttäuschen und bin statt mir ihr + Freunden wegzugehen komplett erschöpft in den Schlafsack gefallen – wie viele Kilometer ich an dem Tag gelaufen bin, möchte ich lieber nicht wissen.
Am meisten in dieser Woche hat uns allen übrigens das Wetter zu schaffen gemacht. Selbst für irische Verhältnisse waren die letzten zwei Wochen unnatürlich viel von Regen und Sturm geprägt. So standen am Wochenende der RDS Dublin und Cork unter Wasser, einige Straßen waren überflutet und viele Häuser unter Wasser gesetzt. In Millstreet mussten aufgrund des völlig aufgeweichten Bodens einige Turniere verschoben werden, da nicht auf Grasboden gesprungen werden konnte. So bestand der Beginn eines jeden Tages darin, frierend und durchnässt zum Show Office zu rennen (da es natürlich aus Eimern gegossen hat), Tickets abzugeben und zu schauen inwiefern die Turniere, Zeiten und Arenen verschoben wurden. Das ganze hatte nach einiger Zeit regelrechten Festivalcharakter, da die Duschen (je nachdem zu welcher Uhrzeit man sich dorthin begab, oder es doch gleich bleiben ließ) eiskalt und dreckig waren, die Klamotten sowieso nie trockneten und man sich nur von Dosenravioli oder ähnlichem ernährte. Achja: Und am Tag 2 wurde nachts unser Zelt von einem Sturm weggerissen und überall auf dem Platz verteilt.
Im gleichen „Stall“ wie ich, arbeiteten auch zwei Mädels, mit welchen ich mich echt gut verstand (besonders von dem Augenblick an, als sie Jonathan als „fuckin poshed boy, hm?“ bezeichneten). Sie hatten den ganzen Tag ein Radio laufen und so habe ich am Freitag nachmittag zu „Last Chistmas“ und „Like a Virgin“ Zaumzeug geputzt und rumgeträllert ^^.
Donnerstag war ich dann noch einmal in Millstreet und habe auf einem Touristen-Info Schild von einigen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung erfahren können. So bin ich dann auf gut Glück und mit vager Beschreibung (da muss es ca. sein, Kopf auf die Seite drehen, hier ist das, da könnte das sein – gehen wir mal da hin) zur Tubrid Wells losgestiefelt. Völlig in der Pampa habe ich dann die einzige Person weit und breit angesprochen, eine Tramperin (nennt man das so?) am Straßenrand. Und wo kommt sie her? Natürlich aus Zeitz, Deutschland! Und sie hat einige Jahre in Aurich gelebt und möchte im Oktober Germanistik studieren ^^. Die Welt ist so klein…
Zur Tubrid Wells bin ich dann auch noch gelangt, einer kleinen heiligen Quelle und ein schöner Ort um zu entspannen. Habe auch vom Wasser getrunken und warte nun gespannt darauf, ob irgendwas Übernatürliches mit mir passiert =).
Samstag abend war dann der wohl lustigste (und längste) Abend bis dahin. Ich bin mit Emily + Freunden in Millstreet zu „Wallis Arms“, einem Nachtclub, gegangen. Erst wurde mir der 10€-Eintritt „versagt“ als mich der Türsteher durchgewunken hat und dann zu traditionellen irischen Liedern oder „we will rock you“ getanzt ^^. Ca. 2.30Uhr wurde der Nachtclub dann geschlossen und so ziemlich alle Besucher (die meisten davon waren übrigens vom Turnier) sind zur nahegelegenen Pizzeria geströmt und habe diese besetzt. Die Gruppe mit der ich unterwegs war, war wirklich superlustig und einmalig! 3.30Uhr hatten so z.B. zwei Schwestern die Idee, beim Rest ihrer Familie in Australien anzurufen: „Hey down there, can you hear me?!??“
Auch sonst waren die Konversationen genau so, wie man sich das immer „träumen“ mag. Z.B.:
- „Where the fuck did that pony jump in? In a fuckin128 abc?“
- “No, it was a fuckin 148 bc”
- “Fuck, really?”
- “Shit, yeah.”
*lol* xD
5.00Uhr lagen Emily und ich übrigens im Bett (nachdem wir Emma in ihren Anhänger verfrachtet haben)…
Das war also meine Woche in Millstreet, ich bin zwar immer noch der Arbeitssklave der kompletten Familie (steh du mal 8.00Uhr auf, mach die ganze Arbeit und weck uns dann um 11.00Uhr, damit wir dich rumhetzen können), aber habe dafür andere nette Leute kennengelernt!

02.08.08

"My day isn't that bad, I have a lunch break!"

Sa, 02.08.07
- Happy Birthday Stephie ;)!
Die Woche ist schon wieder fast rum – und der nächste freie Tag wieder in weiter Ferne.
Mein Montag lief erstaunlicherweise ohne weitere böse Überraschungen ab, obwohl ich fest mit etwas gerechnet habe (vielleicht lag es daran *g*).
Dienstag abend habe ich zum ersten mal richtig schöne traditionelle irische Balladen in einem Pub gehört. Da war ich nämlich mit Conor (den ich letzte Woche als ich mit Helena weg war, kennengelernt habe) in der Stadt. Erst in einem Pub (The Field) Abendbrot essen, bzw. leckeren irischen Apfelkuchen und dann im Kyteler’s Inn, dem bisher schönstem Pub! Dort gab es Live Musik von einem untersetzten Iren (er hat mich total an Jack Black erinnert) mit Gitarre. Die Atmosphäre war wirklich total schön und urgemütlich – da konnte man das Schlafdefizit und die Erschöpfung am nächsten Tag wieder etwas besser verkraften.
Am Donnerstag hatte ich dann meinen 4. freien Tag und am Abend vorher begann dann die große Planung. Ich wollte nämlich gerne Cahir und Cashel, zwei Städte im Co. Tipperary anschauen. Nur leider ist es nicht so ganz einfach dorthin zu kommen. Vor einigen Jahren schien es noch eine direkte Buslinie über Kilkenny nach Cahir gegeben zu haben, inzwischen kommt man dort nur noch über mehrere Umwege hin. Sharon hat mir dann vorgeschlagen (oder besser: es mir aufgezwungen, da sie auf keinen Fall wollte, dass ich 3 ½ Stunden unterwegs bin) mich in Urlingford abzusetzen, weil dort ein Bus durchkommt.
So konnte ich am Donnerstag früh also mal richtig schön lange ausschlafen (bis 10.00Uhr!), hab dann noch einige Arbeiten im Haushalt verrichtet, bzw. beim „Fohlen spritzen“ geholfen und dann ging’s los. In Urlingford angekommen habe ich im Bus gleich eine supernette Frau (Irene, aus Ungarn) kennengelernt und da wir das gleiche Ziel hatten, haben wir kurz entschlossen den ganzen Tag zusammen verbracht.
In Cahir angekommen waren wir gleich voll und ganz vom wunderschönen Cahir Castle eingenommen und hatten Glück gleich eine Führung abzupassen. Die Burg ist eine der am besten erhaltenen und größten Anlagen in Irland. Da sie seit dem Mittelalter nicht wesentlich verändert wurde, sind auch die ganzen alten Verteidigungsanlagen noch intakt, auf welche in der Führung dann näher eingegangen wurde. Überhaupt war die Führung wirklich spitze, total informativ, lustig und man merkte richtig, wie gerne die „Führerin“ die Burg hatte. Sie erzählte unter anderem, dass die Burg in den letzten Jahren Schauplatz für zahlreiche Filme wie Excalibur, Bravehard und die Tudors (kommt bei uns gerade im Fernsehen) war. Nach der Führung sind wir noch etwas auf dem Gelände rumgelaufen und manchmal geklettert, da man frei war überall hinzugehen ;). Durch die heftigen Regenfälle zwischendrin verwandelten sich die alten Gemäuer unterhalb der Burg in richtiggehende modrige Verliese, was wirklich ein einmaliges Erlebnis war.
Innerhalb der Burg war außerdem eine Ausstellung über das Leben der irischen Frauen im Mittelalter (kein leichtes Los, aber leichter als zu dieser Zeit im restlichen Europa).
Eigentlich wollten wir danach noch das sogenannte „Swiss Cottage“ besuchen, welches ca. 2km außerhalb von Cahir liegt, aber durch das extrem schlechte Wetter und zu wenig Zeit, ist es dann doch „nur“ bei der Burg geblieben.
Danach ging es weiter nach Cashel, welches den berühmten Rock of Cashel beherbergt. Dieser thront auf einem Hügel in der Mitte der Stadt und ist schon beim kurzen Aufstieg atemberaubend. Auch dort haben wir uns wieder einer Führung angeschlossen und sind davor alleine durch die Ruinen der verschiedenen Kirchen und Häuser geschlendert. Glück hatten wir übrigens mit dem Wetter, denn gerade als wir angekommen waren, ist die Wolkendecke aufgerissen und hat uns eine wunderschöne Sicht über das umliegende Land beschert.
In Cashel war nach der Führung leider schon fast alles geschlossen, sodass wir beim Brú Boru Centre, dem Folk Museum und der Bolton Library vor verschlossenen Türen standen. Und wo geht man danach als deutscher Tourist hin? Na klar, in den nahegelegenen Spar, um sich sein Abendbrot zu holen ;). Alles in allem, war der freie Tag wirklich superschön!
Die letzten Tage waren davon geprägt, die ganze Arbeit hier iiiirgendwie unter einen Hut zu bekommen. Da Sharon und zwei der Kids gerade in Galway sind (und Anna Urlaub hat), muss ich neben dem Stall auch noch den ganzen Haushalt alleine schmeißen. Das bringt mich hier manchmal an den Rand der Verzweiflung, da ich realistisch betrachtet nicht eimal einen Bruchteil der Arbeit alleine schaffen kann.
Gestern hat mich eine Frau von meiner Organisation Equipeople besucht, um zu schauen ob ich noch lebe, ein paar Bilder zu machen und mir ein paar Fragen zu stellen. Sie kannte die Familie und die Verhältnisse in ihr (ziemlich verwöhnte Kinder, sehr laut, hektisch,…) schon und hat mir vorgeschlagen die Farm zu wechseln, wenn mir hier alles über den Kopf wächst *lach*. Naja, so schnell „aufgeben“ möchte ich ja nun auch nicht.
Manchmal kommen einen aber urplötzlich solche Gedanken in den Sinn, z.B. wenn man gerade ein kreuzgefährliches Pferd halten muss, während der Hufschmied irgendwie versucht Eisen draufzubekommen ;). Das war nämlich heute Vormittag der Fall – und ich alleine auf dem Hof. Er hat mir aber viele neue Dinge und Kniffe gezeigt, wie man mit so komplizierten und schwierigen Pferden klarkommt. Nichtsdestotrotz hatte ich zeitweise das Gefühl, das Pferdchen kugelt mir gleich die Schulter aus ><.
Soviel von mir und meinen Geschichtchen aus Irland :). Byebye!