16.09.08

„May you be in Heaven half an hour before the devil knows your dead.“

- um mit wit and wisdom of Ireland fortzufahren =).
Tja… was gibts hier so Neues zu berichten… ich war am Tor zur Hölle, dem dunkelsten Ort Irlands!
Das ist nämlich der Spitzname der Dunmore Caves, welche ca. 7km entfernt von Kilkenny liegt. An meinem nächsten freien Tag habe ich mich beschwingt dorthin auf den Weg gemacht – bis ich dann in der Stadt gemerkt habe: Da kommt man einfach nicht hin! Jaja… öffentliche Verkehrsmittel in Irland.
So ist klein Jo dann verzweifelt auf und ab gerannt und hat sich durchgefragt. Irgendwann habe ich dann eine Bus-Company (Buggy Coaches) gefunden, die mir angeboten haben, mich in der Nähe abzusetzen =). Problem war dann nur noch, dort wieder zurückzukommen, aber sie haben mir versprochen, dass ca. 16.00Uhr ein Bus an der einen Straße vorbeikommt. Und wenn ich dann dort stehe und warte… .
So stand ich eine halbe Stunde später also in der Pampa irgendwo zwischen Kilkenny und Dublin und habe mich auf den Weg gemacht =). Nach einem Fußmarsch von ca. 20 Minuten kam ich dann an den Caves an und habe gleich die nächste Führung abgepasst. Zufälligerweise waren die 4 anderen Tourmitglieder auch aus Deutschland *ggg*!
Vor der Führung gab es einen Einführungsfilm, der einen schon ziemlich gut darauf eingestimmt hat, was einen „dort unten“ erwartet. Die Höhlen waren nämlich im Jahre 1090 Schauplatz eines riesigen Massakers, bei dem Wikinger über 1000 Menschen in der Umgebung umgebracht haben. In einem der Räume hat man bei Ausgrabungen dann Knochen von geschätzten 44 Frauen und Kindern gefunden, die dort unten wahrscheinlich erstickt sind, als die Wikinger ein Feuer gelegt haben. Und als wäre das nicht genug, kamen sie in regelmäßigen Abständen Jahre später wieder und haben Opfergaben hinterlassen damit die Geister der Verstorbenen friedlich gestimmt werden. Auch heute noch meiden die Ansässigen angeblich die Höhle. Huuuuhhhh…
In den Untiefen der Höhle wurde einem dann echt ganz anders, besonders als unser Führer die spärlichen Lichter und die Taschenlampe für einige Zeit komplett ausgeschaltet hat. Dort konnte man dann wirklich gar nichts mehr sehen und er meinte, dass sich die Augen auch nach einiger Zeit nicht an die Dunkelheit gewöhnen würden.
In einem Abzweig gab es auch den „fairy ground“, der komplett frei von Steinen ist. Die Legenden besagen, dass die Feen diesen Platz zum tanzen freihalten ^^.
Die Caves sind wirklich ein beeindruckendes Erlebnis gewesen! Schade, dass man in der Dunkelheit keine Beweisfotos machen konnte ;).
Übrigens gibt es dort auch den größten Stalagniten(titen??? – die von unten) Irlands – er war ca. 7m groß!)

Zum Glück musste ich danach nicht einsam an einer Straße auf einen Bus warten, sondern wurde von dem deutschen Pärchen wieder mit zurück nach Kilkenny genommen, da sie dort sowieso durchgefahren sind =).
So habe ich mich gleich weiter auf den Weg nach Carrick-on-Suir im Co. Waterford gemacht. Dort gab es das wunderschöne Ormonde Castle zu besichtigen. Dieses ist für die Öffentlichkeit geschlossen, aber es gibt geführte Touren. Und natürlich hatte ich wieder ein perfektes Timing, da ich die letzte „Führung“, bestehend aus mir und einem Pärchen aus Sydney, abpassen konnte =).
Auch dieses Schloss wurde von der hiesigen Butler Familie (denen ja auch Kilkenny Castle, das Butler House und Cahir Castle gehört) gebaut und bewohnt und auch dieses Schloss wurde von Cromwell angegriffen und teilweise zerstört. Das Kuriose hierbei war aber, dass das Schloss zu dieser Zeit schon leer stand und Cromwell im Nachhinein behauptete nichts davon gewusst zu haben. (Nachdem er die Rückseite des Schlosses zerstörte und von dort eindrang, anstatt einfach von vorne *ggg*)
Leider hatte ich zu wenig Zeit die Atmosphäre des Schlosses zu genießen, da ich dann schon wieder in den letzten Bus gen Kilkenny springen musste.

Am Freitag (05.09.) gab es dann etwas Kulturelles fürs Köpfchen =). Da wurde nämlich „Waiting for Godot“ by Samuel Beckett im Watergate Theatre in Kilkenny aufgeführt. Die Schauspieltruppe war niemand geringeres als das Gate Theatre, die nur je eine Nacht in bestimmten Städten Irlands gespielt haben. Dementsprechend waren alle Karten in kurzer Zeit weg und ich war mehr als gespannt ^^.
Die schauspielerische Leistung war wirklich hervorragend und die Story regt bestimmt so Einige zum hitzigen Interpretieren oder einfach nur verwundertem Kopfschütteln an ;).
Am Lebhaftesten bleibt mir auf jeden Fall der Ausspruch „nothing to be done“ in Erinnerung.
Das Stück wurde mit der gleichen Besetzung wie vor 20 Jahren aufgeführt und der Director hat früher eng mit Beckett zusammengearbeitet.
Das hat sich definitiv gelohnt!
Aber mindestens genauso sehr oder sogar noch mehr, mein 2. Theaterbesuch am darauffolgenden Donnerstag! Da wurde nämlich vom Keegan Theatre aus Washington „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“ aufgeführt. Leider habe ich das Buch nie gelesen, aber der Film ist mir in mehr als guter Erinnerung geblieben.
Und auch das Theaterstück hat mich nicht enttäuscht. Besonders die zweite Hälfte war wirklich grandios.
Zwei Tage später habe ich übrigens den Haupt- und einen Nebendarsteller im Supermarkt getroffen *ggg*.

Das andere Großereignis in Kilkenny, Umgebung und ganz Irland war das All Star Hurling Finale zwischen Kilkenny und Waterford! Wochen vor dem Finale färbte sich die komplette Stadt in schwarz-gelb, kaum ein Schaufenster ohne Flagge oder Anfeuerungen war zu finden. Den Vogel hat die „Left Bank“, der zentrale Punkt von Kilkenny, abgeschossen: eine mehr als nur riesige Flagge baumelte vom 7. Stock bis fast zum Erdgeschoss und war von überall zu sehen ^^.
In der Zeitung wurde das Finale übrigens wie folgt angekündigt:

„Two households, both alike in dignity… . It’s difficult to imagine what the south-east will be like after September 7th and the All Ireland Hurling Final. One country will be triumphant; the other despondent. And, if there’s a draw the GAA will be jubilant!”

Und dreimal dürft ihr raten, wer gewonnen hat xD! Ich habe an diesem Tag sogar den Nachmittag frei bekommen und bin schnellstmöglich in die Stadt gefahren um mit Conor und einem Freund im Pub das Spiel zu verfolgen. (Der besagte Freund kam aus Co. Donegal und war dementsprechend nicht zu verstehen… ich bin ja fast verzweifelt, aber als mich Brian dann angrinste und nur meinte „Ich hab auch keine Ahnung, was er so den ganzen Tag erzählt.“ war ich beruhigt xD.) Die Pubs wurden an diesem Tag zum Public-Viewing Ort umfunktioniert und nach 70 spannenden Minuten (ich konnte keine Regeln ausmachen, das sah alles wie eine große Schlägerei aus) triumphierte Kilkenny überragend – und die ganze Stadt feierte mit Hupkonzerten. Am darauffolgenden Tag wurden die Spieler feierlich willkommen geheißen (ich habe es leider verpasst) – es sollen ca. 25000 Leute dagewesen sein!
Am Mittwoch ist übrigens das neue Pub-Bild im Fotoalbum (klick) entstanden. Besonders Vici dürfte extrem lustige (fehlende?) Erinnerungen an diesen Abend haben, ge xD?! Der lustig dreinblickende Kerl rechts im Bild ist der oben schon erwähnte Brian aus Leitrim, ein Freund von Conor. Er fand schnell einen Spitznamen für Vici und mich: „German slaves“ – ja, so könnte man unsere Arbeit hier ganz gut beschreiben ;). Tja, jeder sollte einen doofen Sklaven aus Deutschland haben.
Dafür war ich der glückliche Sklave, der nach Mittwoch Abend einen Tag frei hatte (jaja, die andern drei hätte ich gerne früh’s gesehen, da kommt mir irgendwie der fiese „Haha“ Junge bei den Simpsons in den Sinn ^^). So habe ich mich Donnerstag früh dann beschwingt mit dem Zug zuerst auf den Weg nach Waterford und dann per Bus nach New Ross gemacht. In New Ross gibt es das Dunbrody Famine Ship, ein nach dem echten Dunbrody Ship rekonstruierter Dreimaster (ha, klingt das professionell ;) ). Es gab dort eine Führung mit Schauspielern in Kostümen, die ihre Lebensgeschichten, Gründe fürs Auswandern und Bedingungen auf dem Schiff geschildert haben. Das Leben in Irland war bis zum berühmten Celtic Tiger wirklich alles andere als leicht und auch jetzt kann man noch den Unmut gegen England zeitweise mehr als deutlich spüren.
So habe ich also meinen vorletzten (!) freien Tag Nahe an der Küste verbracht und ihn wirklich genossen.

Jetzt geht meine Zeit langsam aber sicher dem Ende zu, im Moment überrumpelt mich das noch ein bisschen ;).
Liebe Grüße an Euch alle und vielen lieben Dank an die netten Mails die ich bekommen habe!
Freue mich schon sehr, Euch wieder zu sehen =).
Jo

15.09.08

„Get on your knees and thank the Lord you’re on your feet.“

…um diesen Eintrag mal mit einer irischen Weisheiten zu beginnen ^^.
Inzwischen ist ja schon wieder einige Zeit vergangen und dementsprechend auch viel passiert.
Von Telefonaten mit Equipeople zwecks Familienwechsel, Besuchen in Dublin, Carlow, Dunmore Caves, Carrick-on-Suir, Waterford und New Ross, einem Lorrywochenende in Mullingar und einem vermeintlich gebrochenen Zeh.

Tja… wo fange ich denn jetzt überhaupt an? Am besten ungefähr dort, wo ich das letzte mal aufgehört habe… bei meinem freien Tag in Dublin!
Jaja, klein Jo in der großen (extrem gefährlichen) Hauptstadt Irlands. Wie oft wurde ich doch vorher gewarnt – Dublin: Drogensüchtige, Betrunkene, Taschendiebe, Schlägereien, etc. Gott wie habe ich gezittert, bevor ich dorthin gereist bin ;). Natürlich ist nichts passiert, aber ein bisschen Panikmache bevor man aus der „Provinz“ Kilkenny rauskommt, kann ja nicht schaden.
Dublin ist wirklich eine supermoderne, junge und schnuggeliche Hauptstadt. Den Stadtkern kann man bequem zu Fuß erkunden und es gibt genug für einen (oder zwei) freie Tage zu sehen ^^. Angefangen natürlich beim Trinity College, wo ich gleich eine Führung von einem hiesigen Studenten abgepasst habe. Wirklich ein einmaliges Erlebnis – superlustig und informativ. Sein Führungsmotto war: Wenn ich alle gleich viel beleidige, zählt das nicht. So haben also nicht nur das Trinity College, seine Erbauer und Studenten, sondern auch der Rest von Dublin & Irland und Australier ihr Fett weggekriegt. Das College ist wirklich schön, aber ich kann mir kaum vorstellen, dort ernsthaft zu studieren, wenn dort den ganzen Tag die Touries Richtung Book of Kells strömen. Nach meinem „Unibesuch“ ging es dann weiter zum Geburtshaus von Oscar Wilde, welches inzwischen leider von einem Amerikanischen Institut „belagert“ wird und für die Öffentlichkeit geschlossen ist.
Beckett, Swift, Stoker, Wilde, etc. Dublin ist wirklich die Stadt der Literatur! Was liegt also näher, als auch die wunderschöne March Library zu besuchen :)? Diese ist wirklich ein Geheimtipp, versteckt hinter der St. Patricks Cathedral (auch atemberaubend ^^) schlummern über 25.000 uralte Bücher. Der „Bibliothekswächter“ war – typisch irisch – zu einem Schwatz über Wetter und Literatur aufgelegt und extrem an Deutschland interessiert. Übrigens kennt natürlich kein Ire „Thuringia“, aber wenn man erklärt „former eastern part of Germany“, können alle etwas damit anfangen.
Auch der National Gallery und der Chester Beatty Library (die nur fälschlicherweise so heißt, sondern eigentlich ein Museum ist) habe ich einen Besuch abgepasst. Beide waren kostenlos und in Letzterer gab es eine extrem interessante Ausstellung darüber, wie in den verschiedenen Ländern Bücher hergestellt und gebunden werden.
Das Dublin Castle habe ich mir ebenso auf dem Weg angeschaut, allerdings ist man als „Kilkenny buddy“ ja nun mal schon das weitaus größere und schönere Kilkenny Castle gewöhnt ;).
Zurück durch Temple Bar ging es dann noch einmal ins Trinity College zum Book of Kells und dem berühmten „long room“ der Bibliothek. Das Book of Kells ist… tja… ein Buch ;)! Ein zugegebenermaßen beeindruckend altes Buch, aber warum drängeln sich dort tausende von Touristen drum herum, die sonst im Jahr nichtmal ein Buch fertig lesen??? Der long room der Bibliothek war wirklich traumhaft, hach… da komm ich ja ins Schwärmen ;).
Übrigens hatten sie dort eine Ausstellung über mittelalterliche Schriften und eine war aus Erfurt!
Zufälligerweise war an diesem Abend auch das Metallica Konzert in Dublin – und so färbte sich die Stadt im Laufe des Tages immer mehr in schwarz, lange Haare und unterschiedlichste Bandlogos :). Der Anblick war so gewohnt, da kam ich mir irgendwie ein bisschen wie „zu Hause“ vor *g*.

Gerade erst aus der großen Hauptstadt zurückgekommen ging es dann auch gleich schon wieder weiter nach Mullingar, Co. Westmeath – diesmal aber zum Arbeiten.
Dort gab es also wieder viele Turniere – und vorbereitungen, Camping-Feeling und nie trocknende Klamotten. Einmal wurde ich von einem Turnierbesucher freundlicherweise mit in die Stadt genommen und konnte dort etwas rumschlendern. Die Hauptattraktion von Mullingar ist die imposante Church of Christ the King, die nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurde.
Nach meiner 3. größeren Turnierwoche ging es übergangslos mit Arbeiten weiter (nicht das man noch aus dem Rhythmus kommt ;) ), aber „die Stunde rinnt auch durch den längsten Tag“ und der nächste day off winkte mir bald in freudiger Erwartung zu.


Part II – deutsche Unterstützung in irischer Übermacht ;)

An meinem freien Tag habe ich Carlow, die „Hauptstadt“ in Co. Carlow angeschaut. Dort kommt man bequem mit dem Zug hin und ich konnte auch noch meinen guten alten Freund, das schwarze Fahrrad mitnehmen. Etwa 3-4km außerhalb von Carlow gibt es einen alten Dolmen, also eine alte Grabkammer in der Art von Stonehenge. Dort bin ich dann also gleich hingeradelt und habe 5000 Jahre alte tonnenschwere Steine auf mich „einwirken“ lassen. Wirklich super war, dass der Dolmen frei zugänglich auf einem Feld stand und man nach Lust und Laune drunter und drüber klettern konnte. Ich fand den echt beeindruckend =)!
Vor meiner Abreise habe ich ja von Travelworks noch den Lonely Planet Ireland bekommen, der mir hier wirklich eine riesige Hilfe ist. In ihm war auch eine walking tour durch die Stadt Carlow, die ich nach meinem Dolmen-Besuch gemacht habe. So kam ich an einer Milleniumsbrücke, einem Grab für irische Rebellen, dem Überresten von Carlow Castle (siehe Bilder, wie aus einem Fantasyfilm!!!) und anderen Sehenswürdigkeiten vorbei. Von der Burg stehen nur noch zwei Mauern, der Rest wurde von einem Besitzer um ca. 1800 in die Luft gesprengt xD. Der Grund war, dass dieser die Burg als eine Irrenanstalt genutzt hatte und befürchtete seine Insassen würden ausbrechen - ???! Äääähm, ja…
Carlow ist allerdings keine sonderlich große Stadt und so habe ich ca. 17.00Uhr wieder den Zug zurück genommen und den Tag in Kilkenny ausklingen lassen. Was gibt es schöneres als sich mit einem guten Buch und einer Schachtel Erdbeeren bei Sonnenschein in den Schlosspark, meinem Lieblingsplatz, zu setzen =)?!
Vorher habe ich mir aber noch einmal St. Carnices Cathedral von innen angeschaut – boah! Sie gilt nicht ohne Grund als eine der schönsten Kathedralen Irlands. Als ich dann durch die Stadt geschlendert bin, habe ich auch Luke, den fucked-up boy, wiedergetroffen und bin mit ihm durch die Stadt gelaufen ^^. Der konnte sogar in seiner Schuluniform schlampig aussehen.

Apropo Bekanntschaften… seit Mitte August habe ich hier mehr oder weniger Vici aus Deutschland an meiner Seite =). Sie arbeitet bei Ger O’Brien, einem guten Freund von Sharon auf dem Hof (auch über Travelworks). Neben gemütlichen Fernsehabenden, Mitternachtsshoppen in Dunnes (*ggg*), Theaterbesuchen, Schlendern durch die Stadt, gabs natürlich auch schon etliche Pub-Abende zu 2., 3. oder wahlweise zu 4.
Mein Pub-Ausgehrekord liegt bis jetzt übrigens bei 6 von 7 Tagen in der Woche ^^. Es ist total lustig hier mit jemandem deutsch zu sprechen… da fängt man ab und zu wirklich an, die beiden Sprachen zu vermischen: „Hast du auch so komische numnah’s für das Pony?“ „Hui, ich musste gestern wieder den lorry hoovern, what about you?“ xD

So, genug schöne Sachen… kommen wir mal zu ernsten Dingen wie: Krankheiten!
Blaue Flecke (ich musste jetzt echt erstmal überlegen, wie ich bruises übersetzen soll xD), Schürfwunden, Schnitte,… sind ja bei Stallarbeit mehr oder weniger an der Tagesordnung, aber an einem schönen Freitagmittag im August hab ich mir echt was geleistet ;). Ich habe Missy, das eine Pony (!) gewaschen und beim Umdrehen ist sie mir auf meinen linken Fuß gelaufen Oo. Erstmal habe ich nur einen stechenden Schmerz gespürt, der auch nach einiger Zeit nicht weg ging :(. Echt, so was dummes… Missy ist wirklich nicht sooo groß und es ist ja auch nicht das erste mal, dass mir ein Pferd auf den Fuß gelaufen ist.
Jedenfalls ist der kleine Zeh dann erstmal so richtig schön dick und blau (an manchen Stellen sogar schwarz) geworden und hat höllisch weh getan. Aber Augen zu und durch, auch wenn ich zeitweise mehr gekrochen als gelaufen bin.
Am Sonntag Abend waren wir dann auf einem Turnier und da eine Freundin von Sharon, die zufällig Ärztin ist, auch da war, hat sie sich den Zeh mal angeschaut. Ihre vernichtende Diagnose: Der ist wahrscheinlich gebrochen.
Na toll… so bin ich am Montag in meiner Mittagspause also doch ins Krankenhaus geradelt und habe dort 4 Stunden im leicht überfüllten Wartezimmer gesessen ^^. Der Fuß wurde geröntgt und zum Glück war er nicht gebrochen! Nur etwas gequetscht und platt und blau ^^ - noch mal Glück gehabt! Sonst hätte ich die arme Missy in meinen Erzählungen später bestimmt um einige Zentimeter wachsen lassen müssen („Ja, da ist diese rieeeeesige Stute in vollem Galopp auf meinen Fuß gesprungen!“) .

So, genug Geschichtchen aus Irland berichtet =) – byebye und ganz liebe Grüße an alle!
Ich verweise noch einmal auf Impressionen im Fotoalbum (ich sollte noch ein Bild von Missy’s Hufen machen!)

PS: Die ersten drei Bilder sind aus der Butler Gallery im Castle. Dort findet gerade eine temporäre Ausstellung von Atsushi Kaga aus Japan statt. Ich lieeeeebe seine Cartoons, war inzwischen bestimmt schon 5- oder 6x dort und habe sie mir angeschaut – wirklich spitze =)!

27.08.08

Remember... no rain... no rainbows!

Huhu,
diesmal gibt es von mir keine ellenlangen Reiseberichte, im Moment fehlt mir leider die Zeit dazu.
Aber ihr koennt Euch gerne vorstellen, wie es mir so geht und was ich so mache... - habe die Bilder von letzter und dieser Woche im Fotoalbum hochgeladen :)!

http://picasaweb.google.com/einJo9/Part3

Liebe Gruesse an alle Daheimgebliebenen, Jo

19.08.08

Riesenkakerlaken und Platzregen

So, 10.08.08

- vielen lieben Dank an alle lieben Kommentarschreiberlinge und Mitleser =)! Freut mich immer total zu lesen, was ihr so macht und wie es euch geht. Danke danke danke ;)


Hallihallo :),
schon wieder ist eine Woche rum und schon wieder gibt’s soviel zu berichten…
Ich habe diese Woche mehr oder weniger Stall und Haushalt alleine geführt – jedenfalls von Dienstag bis Samstag. Ganz alleine war ich nicht, aber Sharon, drei der Kids und ab Donnerstag Joe, sind nach Dublin zur RDS gefahren (RDS ist ein riesiges und sehr bekanntes Springturnier). Da sich die Familie im Februar dafür nicht qualifiziert hat, sind sie diesmal nur Zuschauer gewesen.
Killian ist „zurückgelassen“ worden und da ich nicht den ganzen Tag auf ihn aufpassen konnte – musste ja noch die Stallarbeit machen – ist Sharons Mutter „Agatha“ für zwei Tage gekommen.
Montag diese Woche waren wir aber noch bei einem Springturnier in Kilkenny, bei dem Susan diesmal auch einen Preis abstauben konnte ;). (Achja: Und am Sonntag haben wir wieder bei diesem superschicken italienischen Restaurant gegessen :D)
Meine Aufgaben für diese Woche bestanden nun also nicht nur darin, die Pferdchen zu füttern, auszumisten, zu longieren, etc. sondern auch Wäsche zu waschen, Geschirrspüler auszuräumen, Schuhe zu putzen, Betten zu machen und… zu bügeln! Meine ersten Bügelversuche habe ich still und heimlich – und zum Glück unbeobachtet – im Waschraum gemacht. Anfänglich dachte ich ja, dass dieses Dampfbügeleisen und ich niemals Freunde werden können, aber inzwischen (nach so 6-7 Stunden hardcore-Bügeln) scheine ich den Dreh raus zu haben ;D!
Damit es Killian auch nicht langweilig wird – und er mal vom Fernseher wegkommt – habe ich u.a. mit ihm French Toast gemacht, war Kastanien sammeln, bin mit ihm und dem Quat auf dem Feld rumgefahren und war am Freitag im Kino zu „Wall-E“. Wall-E ist ein neuer Animationsfilm von Pixar, der mehr oder weniger kritisch Klimawandel und Umweltverschmutzung behandelt.
Wo wir einmal von Filmen reden… hier kommt gerade eine Reality Show im Fernsehen, die echt lustig ist. Mehrere Freiwillige, jeder unterstützt eine Charity Organisation, müssen alleine ein Hotel führen und dort die verschiedensten Aufgaben (und Abenteuer) bestehen. Am Montag z.B. war eine holländische Nudistengruppe zu Besuch und zwei von ihnen haben doch tatsächlich ein Bügeleisen auf ihr Zimmer bestellt…??!
Meinen 4. (ja, erst diese Woche war der 4….) freien Tag am Donnerstag habe ich in Waterford verbracht. Waterford ist vergleichsweise soooo schön einfach per Zug oder Bus zu erreichen, da muss man einfach hin ;). Deshalb bin ich frühs ziemlich zeitig aufgestanden, habe die Pferde gefüttert + versorgt und dann hat mich Joe mit in die Stadt zum Bahnhof genommen.
Am Bahnhof angekommen ist mir relativ schnell ein Junge aufgefallen, der auf meiner „most fucked up“-Liste ganz oben stehen würde! Dreckiges T-Shirt, schlabbrige Hose, Piercing, lange (ungewaschene) Haare, Ohrstöpsel, Zigarette im Mund und den angepisstesten (lustiges Wort) Blick, den ich je gesehen habe. Ja, das war der erste Eindruck, den ich von Luke hatte *g*. Am Abend habe ich dann den Grund für seinen Blick am Morgen erfahren – kein Schlaf die ganze Nacht davor ;). Mit ihm konnte ich mich super über Musik, irische Trinkgewohnheiten vs. Zigaretten, sein abgefackeltes Zimmer (Oo!), Strandbesuche, etc. unterhalten. Er geht in zwei Wochen zu Metallica nach Dublin, bei ihm spielen aber Tenacious D als Support Band! (Bei uns war es ja Machine Head) Da wir den gleichen Zug zurück genommen haben, hat er mir abends noch ein paar gute Pubs und Night Clubs gezeigt.
Aber zurück zu meinem Tag in Waterford: dort angekommen, habe ich mich gleich auf den Weg zum Museum of Treasures gemacht. Das Museum startet in der 3. Etage und auf dem Weg nach unten behandelt es die irische Geschichte (bzw. die Geschichte von Waterford) seit der Eroberung der Vikinger. Waterford ist übrigens Irlands älteste Stadt, und wurde von den Vikingern „Vaterfjorde“ getauft. Mein Timing an diesem Tag war spitze, denn genau als ich mit dem Museum fertig war, begann Jack Burtchaell’s Stadttour vor dem Eingang. Da außer mir nur zwei Familien (die eine war aus Californien und ich habe sie später noch bei Waterford Crystal und in Kilkenny getroffen *g*) die Tour besuchten, hatte das ganze eine richtig schöne familiäre Atmosphäre ;). Die Tour führte uns durch den kompletten Stadtkern, vorbei an der Holy Trinity Cathedral, der Christ Church Cathedral (sehr schön!), der French Church und endete am Reginald’s Tower, welcher über 1000 Jahre alt ist! Nun kenne ich mich also auch ein bisschen in Waterford aus - ich weiß auch wo ein guter Buchladen, ein toller Secondhand Buchladen und Oxfam ist ;). Da Waterford direkt am Fluss und Nahe an der Küste liegt, haben die Menschen im Mittelalter „ihre“ Verbrecher übrigens unter der Brücke aufgehängt, sodass sie später einfach die Seile durchschneiden brauchten und so Gräber sparen konnten. Außerdem wurde der erste Frosch in Waterford gefunden und Waterford war die einzige Stadt, die lange von Cromwell belagert wurde und standhielt xD.
So, jetzt könnt ihr euch ja fast schon eine Stadttour sparen, was ;)?
Da ich abends den letzten Zug zurück nach Kilkenny nehmen wollte, hatte ich Zeit per Bus zum etwas außerhalb gelegenen Waterford Crystal zu fahren. Ich persönlich hab vorher noch nie etwas davon gehört, aber als ich die Touristenströme (die völlig aus dem Häuschen waren) gesehen habe, dachte ich mir, dass es wohl relativ bekannt sein muss ;). Dank etlicher Besucher gibt es dort alle 20 Minuten eine Tour, sodass ich nicht lange warten brauchte, um mir die Herstellung von Waterford Crystal anzuschauen *g*. Jetzt weiss ich eindeutig: ich bevorzuge irische Burgen und Kirchen um einiges mehr - und ebenso die Führungen in diesen. Aber wem’s gefällt…
In Kilkenny angekommen und von Luke verabschiedet habe ich mich mit Conor im gleichen Pub wie die Wochen zuvor zum leckeren Abendbrot getroffen (hmmmm… Nudeln =), irische Küche ist echt nicht so schlecht wie behauptet wird). Danach ging es in die verschiedensten Pubs und Night Clubs von Kilkenny, angefangen von traditionellen Pubs mit irischer Musik, bis hin zu „Langtons“ einem absoluten Szene-Club, bei dem schon eine halbe Stunde vor Beginn die Leute Schlange stehen. Überaus lustig ist es übrigens, Iren absolut sinnlose deutsche Wörter wie „Schaufänsterpupäännnn“ beizubringen *g*. Am gleichen Abend sind auch die lustigen (künstlerisch absolut wertvollen!) Bilder von Conor + mir am Fluss entstanden – um so auch dezent auf die anderen Bilder im Fotoalbum hinzuweisen ;)!
Am Samstag habe ich mich dann nachmittags mit Claudi aus Deutschland getroffen, welche im Moment als Au-Pair/bzw. Agrihome Mädel im Co. Waterford arbeitet ^^. Wenn ich das hier so schreibe, klingt das immer so als würde ich den ganzen Tag nur Freizeit und Spaß haben, aber eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall :(. Das mussten Claudi + ich an diesem Tag leider auch wieder zu spüren bekommen, denn anstatt bis 18.00Uhr mit ihr auf Tour zu sein, musste ich plötzlich um 16.00Uhr (relativ grundlos) wieder zum Anwesen hetzen, um ein Pferd reinzubringen. Hat mich ziemlich geärgert, aber nichtsdestotrotz war es toll, Claudi mal live kennenzulernen =).
Da am Samstag auch das Kilkenny Arts Festival begonnen hat, bin ich abends noch einmal in die Stadt gegangen. Das Festival kann man sich einfach nicht entgehen lassen, schließlich ist es nicht ohne Grund eines der Berühmtesten in Irland. Die komplette Stadt steht Kopf, Schlafmöglichkeiten sind Gold wert und an ein Durchkommen via Auto (oder gar Fuß) ist kaum zu denken. Den grandiosen Auftakt für das Festival haben Helios II, eine Artistengruppe aus Frankreich, gebildet. Sie sind mit einem Auto, umgebaut als eine Riesenkakerlake, durch die Straßen zum Schlosspark gezogen. Lustigerweise sind sie am Eingang zum Schloss mit ihrer Kakerlake steckengeblieben, diese verdammten mittelalterlichen Gebäude aber auch ;)! Nach einigem Manövrieren und Umlenken haben sie es dann aber geschafft, und konnten ihre Show fortsetzen.

Mo, 18.08.08
Leider waren Helios II und einige Straßenkünstler aber das Einzige, was ich vom Festival mitnehmen konnte, da ich am Montag nachmittag mit der Familie (außer Killian, der blieb mit Oma zu Hause und Joe + James, die gerade in China zu den Olympischen Spielen sind) Richtung Millstreet, Co. Cork aufgebrochen sind. Denn dort fand die seeeehr gut besuchte Millstreet Showjumping Summer Show statt und wir hatten 5 Pferde „im Gepäck“.
So verbrachte ich nun wieder eine Woche zwischen provisorischen Boxen, Springarenen und im nassen, überfüllten Lorry. Diesmal hatte ich aber supernette Begleitung in Form von Emily aus Waterford! Emily kannte Sharon durch den Reitsport und war mit einem ihrer drei Pferde alleine zum Turnier angereist. Da sie nur einen Jeep + Anhänger besaß, hat sie den Schlafplatz neben mir im Lorry belegt. Einige Tage später folgten dann einige ihrer Freunde (ebenfalls größtenteils aus Waterford), allerdings nur als Zuschauer. Besonders lustig war hierbei Emma aus Clonmel. Ich glaube sie war die ganze Woche betrunken und dabei die liebenswürdigste Person, die ich je getroffen habe xD. Besonders toll fand sie das „Bouncing castle, bouncing castle – let’s go to the bouncing caaaaaastle!“ , welches am Donnerstag abend von uns “behüpft” wurde und am nächsten Tag ominöserweise nicht wieder aufgeblasen wurde Oo.
Außerdem zeigte sie ein ausgeprägtes Interesse an der deutschen Sprache. Innerhalb des ersten Abends hatte sie „Das da ist mein Freund. Ich habe die Hosen in unserer Beziehung an.“ auswendig gelernt und das für den Rest der Woche ständig wiederholt. Ihr Freund sagte dann darauf nur „Ja, ich bin ihr Sklave.“ Ich glaube, ich sollte Deutschlehrer für Iren werden, das ist ein Heidenspaß ;)!
Am Mittwoch Nachmittag habe ich meine einmalige Chance genutzt, alle Turniere für diesen Tag fertig und auch sonst alle Arbeit erledigt, und bin per Zug nach Killarney gefahren! Zum Glück hatte Millstreet einen Bahnhof (auch wenn 3km, gefühlte 10km, außerhalb) und eine direkte Zugverbindung dorthin. Nach ca. 30 Minuten Zugfahrt habe ich dann schon die ersten atemberaubenden Berge, umhüllt von Nebel, ausmachen können. Killarney an sich ist absolut vom Tourismus geprägt, kein Wunder, wenn DER Killarney National Park direkt nebenan liegt. So reihte sich also ein Souvenirshop an den anderen und „irisches englisch“ war eher Mangelware.
Nach einer Tour durch die Stadt stand ich dann am Eingang des Nationalparks und habe die wunderschöne Landschaft bewundern können. Der Park ist für knappe 2 Stunden Zeit + nur Füße als Transportmittel natürlich viel zu groß, aber ich hatte Zeit mit das Ross Castle und Knockreer House & Gardens anzuschauen. Ross Castle liegt ca. 3km innerhalb des Parks nach einem ca. 30 Minuten Fußmarsch habe ich es, direkt am Lower Lake liegend, ausmachen können. Untermalt von Blind Guardian und einem kurzen Regenstopp, fühlte ich mich doch glatt ins goldene Mittelalter zurück versetzt ^^.
Auf dem Weg zurück setzte der Regen natürlich wieder ein und ich durfte erneut die unter Wasser gesetzten Wege durchwaten (siehe Bilder *g*). Doch wie es sein muss, hörte der Regen genau dann auf, als ich triefend und völlig außer Atem auf dem Hügel von Knockreer Gardens ankam. Belohnt wurde ich außerdem mit zwei wunderschönen Regenbögen vor grandioser Landschaft =). Der Trip hat sich wirklich gelohnt ;)!
Abends musste ich allerdings Emily enttäuschen und bin statt mir ihr + Freunden wegzugehen komplett erschöpft in den Schlafsack gefallen – wie viele Kilometer ich an dem Tag gelaufen bin, möchte ich lieber nicht wissen.
Am meisten in dieser Woche hat uns allen übrigens das Wetter zu schaffen gemacht. Selbst für irische Verhältnisse waren die letzten zwei Wochen unnatürlich viel von Regen und Sturm geprägt. So standen am Wochenende der RDS Dublin und Cork unter Wasser, einige Straßen waren überflutet und viele Häuser unter Wasser gesetzt. In Millstreet mussten aufgrund des völlig aufgeweichten Bodens einige Turniere verschoben werden, da nicht auf Grasboden gesprungen werden konnte. So bestand der Beginn eines jeden Tages darin, frierend und durchnässt zum Show Office zu rennen (da es natürlich aus Eimern gegossen hat), Tickets abzugeben und zu schauen inwiefern die Turniere, Zeiten und Arenen verschoben wurden. Das ganze hatte nach einiger Zeit regelrechten Festivalcharakter, da die Duschen (je nachdem zu welcher Uhrzeit man sich dorthin begab, oder es doch gleich bleiben ließ) eiskalt und dreckig waren, die Klamotten sowieso nie trockneten und man sich nur von Dosenravioli oder ähnlichem ernährte. Achja: Und am Tag 2 wurde nachts unser Zelt von einem Sturm weggerissen und überall auf dem Platz verteilt.
Im gleichen „Stall“ wie ich, arbeiteten auch zwei Mädels, mit welchen ich mich echt gut verstand (besonders von dem Augenblick an, als sie Jonathan als „fuckin poshed boy, hm?“ bezeichneten). Sie hatten den ganzen Tag ein Radio laufen und so habe ich am Freitag nachmittag zu „Last Chistmas“ und „Like a Virgin“ Zaumzeug geputzt und rumgeträllert ^^.
Donnerstag war ich dann noch einmal in Millstreet und habe auf einem Touristen-Info Schild von einigen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung erfahren können. So bin ich dann auf gut Glück und mit vager Beschreibung (da muss es ca. sein, Kopf auf die Seite drehen, hier ist das, da könnte das sein – gehen wir mal da hin) zur Tubrid Wells losgestiefelt. Völlig in der Pampa habe ich dann die einzige Person weit und breit angesprochen, eine Tramperin (nennt man das so?) am Straßenrand. Und wo kommt sie her? Natürlich aus Zeitz, Deutschland! Und sie hat einige Jahre in Aurich gelebt und möchte im Oktober Germanistik studieren ^^. Die Welt ist so klein…
Zur Tubrid Wells bin ich dann auch noch gelangt, einer kleinen heiligen Quelle und ein schöner Ort um zu entspannen. Habe auch vom Wasser getrunken und warte nun gespannt darauf, ob irgendwas Übernatürliches mit mir passiert =).
Samstag abend war dann der wohl lustigste (und längste) Abend bis dahin. Ich bin mit Emily + Freunden in Millstreet zu „Wallis Arms“, einem Nachtclub, gegangen. Erst wurde mir der 10€-Eintritt „versagt“ als mich der Türsteher durchgewunken hat und dann zu traditionellen irischen Liedern oder „we will rock you“ getanzt ^^. Ca. 2.30Uhr wurde der Nachtclub dann geschlossen und so ziemlich alle Besucher (die meisten davon waren übrigens vom Turnier) sind zur nahegelegenen Pizzeria geströmt und habe diese besetzt. Die Gruppe mit der ich unterwegs war, war wirklich superlustig und einmalig! 3.30Uhr hatten so z.B. zwei Schwestern die Idee, beim Rest ihrer Familie in Australien anzurufen: „Hey down there, can you hear me?!??“
Auch sonst waren die Konversationen genau so, wie man sich das immer „träumen“ mag. Z.B.:
- „Where the fuck did that pony jump in? In a fuckin128 abc?“
- “No, it was a fuckin 148 bc”
- “Fuck, really?”
- “Shit, yeah.”
*lol* xD
5.00Uhr lagen Emily und ich übrigens im Bett (nachdem wir Emma in ihren Anhänger verfrachtet haben)…
Das war also meine Woche in Millstreet, ich bin zwar immer noch der Arbeitssklave der kompletten Familie (steh du mal 8.00Uhr auf, mach die ganze Arbeit und weck uns dann um 11.00Uhr, damit wir dich rumhetzen können), aber habe dafür andere nette Leute kennengelernt!

02.08.08

"My day isn't that bad, I have a lunch break!"

Sa, 02.08.07
- Happy Birthday Stephie ;)!
Die Woche ist schon wieder fast rum – und der nächste freie Tag wieder in weiter Ferne.
Mein Montag lief erstaunlicherweise ohne weitere böse Überraschungen ab, obwohl ich fest mit etwas gerechnet habe (vielleicht lag es daran *g*).
Dienstag abend habe ich zum ersten mal richtig schöne traditionelle irische Balladen in einem Pub gehört. Da war ich nämlich mit Conor (den ich letzte Woche als ich mit Helena weg war, kennengelernt habe) in der Stadt. Erst in einem Pub (The Field) Abendbrot essen, bzw. leckeren irischen Apfelkuchen und dann im Kyteler’s Inn, dem bisher schönstem Pub! Dort gab es Live Musik von einem untersetzten Iren (er hat mich total an Jack Black erinnert) mit Gitarre. Die Atmosphäre war wirklich total schön und urgemütlich – da konnte man das Schlafdefizit und die Erschöpfung am nächsten Tag wieder etwas besser verkraften.
Am Donnerstag hatte ich dann meinen 4. freien Tag und am Abend vorher begann dann die große Planung. Ich wollte nämlich gerne Cahir und Cashel, zwei Städte im Co. Tipperary anschauen. Nur leider ist es nicht so ganz einfach dorthin zu kommen. Vor einigen Jahren schien es noch eine direkte Buslinie über Kilkenny nach Cahir gegeben zu haben, inzwischen kommt man dort nur noch über mehrere Umwege hin. Sharon hat mir dann vorgeschlagen (oder besser: es mir aufgezwungen, da sie auf keinen Fall wollte, dass ich 3 ½ Stunden unterwegs bin) mich in Urlingford abzusetzen, weil dort ein Bus durchkommt.
So konnte ich am Donnerstag früh also mal richtig schön lange ausschlafen (bis 10.00Uhr!), hab dann noch einige Arbeiten im Haushalt verrichtet, bzw. beim „Fohlen spritzen“ geholfen und dann ging’s los. In Urlingford angekommen habe ich im Bus gleich eine supernette Frau (Irene, aus Ungarn) kennengelernt und da wir das gleiche Ziel hatten, haben wir kurz entschlossen den ganzen Tag zusammen verbracht.
In Cahir angekommen waren wir gleich voll und ganz vom wunderschönen Cahir Castle eingenommen und hatten Glück gleich eine Führung abzupassen. Die Burg ist eine der am besten erhaltenen und größten Anlagen in Irland. Da sie seit dem Mittelalter nicht wesentlich verändert wurde, sind auch die ganzen alten Verteidigungsanlagen noch intakt, auf welche in der Führung dann näher eingegangen wurde. Überhaupt war die Führung wirklich spitze, total informativ, lustig und man merkte richtig, wie gerne die „Führerin“ die Burg hatte. Sie erzählte unter anderem, dass die Burg in den letzten Jahren Schauplatz für zahlreiche Filme wie Excalibur, Bravehard und die Tudors (kommt bei uns gerade im Fernsehen) war. Nach der Führung sind wir noch etwas auf dem Gelände rumgelaufen und manchmal geklettert, da man frei war überall hinzugehen ;). Durch die heftigen Regenfälle zwischendrin verwandelten sich die alten Gemäuer unterhalb der Burg in richtiggehende modrige Verliese, was wirklich ein einmaliges Erlebnis war.
Innerhalb der Burg war außerdem eine Ausstellung über das Leben der irischen Frauen im Mittelalter (kein leichtes Los, aber leichter als zu dieser Zeit im restlichen Europa).
Eigentlich wollten wir danach noch das sogenannte „Swiss Cottage“ besuchen, welches ca. 2km außerhalb von Cahir liegt, aber durch das extrem schlechte Wetter und zu wenig Zeit, ist es dann doch „nur“ bei der Burg geblieben.
Danach ging es weiter nach Cashel, welches den berühmten Rock of Cashel beherbergt. Dieser thront auf einem Hügel in der Mitte der Stadt und ist schon beim kurzen Aufstieg atemberaubend. Auch dort haben wir uns wieder einer Führung angeschlossen und sind davor alleine durch die Ruinen der verschiedenen Kirchen und Häuser geschlendert. Glück hatten wir übrigens mit dem Wetter, denn gerade als wir angekommen waren, ist die Wolkendecke aufgerissen und hat uns eine wunderschöne Sicht über das umliegende Land beschert.
In Cashel war nach der Führung leider schon fast alles geschlossen, sodass wir beim Brú Boru Centre, dem Folk Museum und der Bolton Library vor verschlossenen Türen standen. Und wo geht man danach als deutscher Tourist hin? Na klar, in den nahegelegenen Spar, um sich sein Abendbrot zu holen ;). Alles in allem, war der freie Tag wirklich superschön!
Die letzten Tage waren davon geprägt, die ganze Arbeit hier iiiirgendwie unter einen Hut zu bekommen. Da Sharon und zwei der Kids gerade in Galway sind (und Anna Urlaub hat), muss ich neben dem Stall auch noch den ganzen Haushalt alleine schmeißen. Das bringt mich hier manchmal an den Rand der Verzweiflung, da ich realistisch betrachtet nicht eimal einen Bruchteil der Arbeit alleine schaffen kann.
Gestern hat mich eine Frau von meiner Organisation Equipeople besucht, um zu schauen ob ich noch lebe, ein paar Bilder zu machen und mir ein paar Fragen zu stellen. Sie kannte die Familie und die Verhältnisse in ihr (ziemlich verwöhnte Kinder, sehr laut, hektisch,…) schon und hat mir vorgeschlagen die Farm zu wechseln, wenn mir hier alles über den Kopf wächst *lach*. Naja, so schnell „aufgeben“ möchte ich ja nun auch nicht.
Manchmal kommen einen aber urplötzlich solche Gedanken in den Sinn, z.B. wenn man gerade ein kreuzgefährliches Pferd halten muss, während der Hufschmied irgendwie versucht Eisen draufzubekommen ;). Das war nämlich heute Vormittag der Fall – und ich alleine auf dem Hof. Er hat mir aber viele neue Dinge und Kniffe gezeigt, wie man mit so komplizierten und schwierigen Pferden klarkommt. Nichtsdestotrotz hatte ich zeitweise das Gefühl, das Pferdchen kugelt mir gleich die Schulter aus ><.
Soviel von mir und meinen Geschichtchen aus Irland :). Byebye!

30.07.08

Montag, 28.07.08 (diesmal das richtige Datum – wir haben Juli xD)!
Ich habe jetzt ein neues Fotoalbum angelegt, weil sich doch schon einige Bilder angesammelt haben. Es gibt sogar zwei von mir - toll, was ;)?! Der Beweis, dass ich noch lebe...
http://picasaweb.google.com/einJo9/Woche4


Letzten Dienstag ist meine Gastfamilie, zwei Freunde und ich anlässlich James Geburtstag in einem italienischen Restaurant essen gegangen. Das Besondere hierbei war, dass der Besitzer vor einigen Wochen eine berühmt-berüchtigte „My Super Sweet 16“-Party (die Sendung, die auf MTV kommt, die Party hier wird im Frühjahr 2009 ausgestrahlt) für seine Tochter geschmissen hat. Stattbekannt ist er jetzt auf jeden Fall ;).
Mittwoch Abend haben Helena und ich mal wieder die Pubs in Kilkenny unsicher gemacht *g*. Wir haben uns auf gut Glück ein Pubs gesucht und prompt ein urgemütliches gleich neben dem Schloss und dem Fluss gefunden. Die Einrichtung war traditionell gehalten und strahlte eine einladende Atmosphäre aus. Sie hatten an diesem Abend auch jemanden, der Musik gespielt hat, allerdings leider keine typisch irische Musik, sondern amerikanische Lieder. Nichtsdestotrotz hatten wir einen super Abend und viel Zeit zu quatschen – jedenfalls solange, bis uns zwei Iren angesprochen haben. Danach wurde nämlich zu 4. geredet, Guinness getrunken und Geschichten erzählt. Und das ich erst relativ spät wieder in meinem neuen Zuhause auf Zeit war, war nicht weiter schlimm, da ich Donnerstag meinen zweiten freien Tag hatte!
In Irland ist es teilweise nicht ganz so einfach von A nach B zu kommen, jedenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Obwohl die Insel relativ klein ist, braucht man aufgrund der zeitweise winzigen und kreuzgefährlichen Straßen recht lange. Ich wollte als erstes Bennettsbridge (ca. 10 Kilometer von Kilkenny entfernt) besuchen. Sharon hat mich freundlicherweise dorthin gefahren und ich habe das Fahrrad mitgenommen. In Bennettsbridge sollte es ein „Folk and Heritage“-Museum geben, also habe ich mich als erstes dorthin auf den Weg gemacht. Das Museum war eigentlich ein kleines Häuschen, welches einem alten Mann gehört und aufgemacht wird, wann und wie er Lust hat – und am Donnerstag hatte er leider keine Lust. Jedenfalls prangte ein großes „Closed“-Schild am Eingang. Da Bennettsbridge wirklich ein kleines 100 Seelen Dörflein war, habe ich mir stattdessen die 3 anderen „Sehenswürdigkeiten“ angeschaut. Das war der „Nicholas Mosse Irish Country Shop“ (ein Töpferladen), „Keith Mosse Wood Working“ (ein Laden mit Holzarbeiten) und „Moth to a Flame“ (ein Kerzenladen). Danach wollte ich weiter nach Thomastown, eigentlich per Fahrrad. Nach einem Gespräch mit einer Verkäuferin entschied ich aber, doch per Auto kutschiert zu werden, da sich Fahrräder auf solchen Straßen wohl nicht zu gut machen und ab und an plattgefahren werden (die rasen hier teilweise wirklich, und das bei den kurvigen Straßen). So ging es dann gleich weiter, durch Thomastown zur Jerpoint Abbey. Das Kloster ist wirklich sehenswert! Es wurde im späten 14. Jahrhundert erbaut und die Ruinen ragen bis heute gen Himmel – einziges Manko ist jetzt, dass eine relativ vielbefahrene Straße nun dicht vorbeiführt.
Ich hatte Glück und konnte mich nach meiner privaten Tour einer geführten (kostenlosen) Tour anschließen. Diese hat fast 2 Stunden gedauert (was zu großen Teilen an den Fragen einer sehr interessierten älteren Frau lag), war aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Da ich so relativ spät dran war, habe ich mir gleich noch mehr Zeit genommen und mich von vornherein für den letzteren (von zwei) Zügen entschieden, der mich dann wieder nach Hause bringen sollte. So ging es dann also per Fahrrad nach Thomastown, einer sehr kleinen, übersichtlichen Stadt. Dort konnte ich mich dann bei wunderschönstem (z.T. schon zu warmen) Wetter etwas erholen und den Tag ausklingen lassen.
Zurück in Kilkenny habe ich zum ersten Mal den Bahnhof und das nahegelegene, neugebaute Shoppingcenter gesehen.
Am Freitag haben wir dann ein neues Pferd auf Zeit bekommen. Einen 5-jährigen Rappen, der von nun an für Jonathan (anstelle der verletzten Stute) auf Springturniere gehen soll. Das Pferd muss beim aufsteigen und reiten wohl ziemlich kompliziert sein, jedenfalls waren gleich zwei starke Männer da, um Jonathan zu helfen überhaupt raufzukommen.
Übrigens wurde ich Freitag vormittag das erste mal von einem Pferd getreten. Ich habe eine der Stuten und Fohlen auf die Koppel gebracht und wurde prompt vom Fohlen getroffen. Zum Glück vom Fohlen, schließlich hat das noch relativ kleine Hufe ohne Hufeisen. Aber geschockt war ich trotzdem erstmal ;).
Am Samstag war wieder sehr viel Arbeit in sehr kurzer Zeit angesagt, da alles für das Turnier am Sonntag vorbereitet werden musste. In meiner Mittagspause hat Killian die ganze Zeit Sharon genervt, weil er unbedingt in den neuen Batman Film (The Dark Knight) gehen wollte. Nach kurzer Diskussion wurde ich ausgesandt, ihn dorthin zu begleiten (juchu ^^). Der Film war hier ab 15 freigegeben – entspricht in Deutschland 16 – und dementsprechend absolut nicht geeignet für einen 7-jährigen Jungen. Heath Ledger als „The Joker“ hat selbst mich zu Tode erschreckt. Hochachtung vor einer solch grandiosen schauspielerischen Leistung - umso trauriger, dass nichts Weiteres folgen kann :(. Ansonsten hat der Film an sich mich nicht sonderlich umgehauen, viel zu brutal und actionlastig.
Abends, nach einer Menge erledigter Arbeit, ging es dann mit Anna in zwei der „besten“ Pubs von Kilkenny. In Morrisson’s, einer Late Night Bar (hatte bis um 2.00Uhr auf), versammeln sich jedes Wochenende alle feierwütigen Iren aus der Umgebung und lassen es krachen. Als wir da waren, haben wir Bekanntschaft mit einer Gruppe von Männern gemacht, die das Spiel „Dare“ gespielt haben. Es besteht daraus, auf gut Glück eine Karte für einen Unglücklichen zu ziehen und dieser muss dann das machen, was darauf steht. In dem Fall war es „Sprich in Mädchen für 60 Sekunden auf Deutsch an“. Und ratet mal, wer das Mädchen war *ggg* - und sein deutsch war nicht wirklich deutsch, jedenfalls habe ich kaum etwas verstanden. Auf jeden Fall war es ein sehr lustiger Abend und so konnte ich das Schlafdefizit am nächsten morgen auch verkraften ;).
Gegen 11.00Uhr am darauffolgenden Tag sind wir Richtung St. Mullins an der Grenze zu Carlow aufgebrochen, weil dort ein Springturnier stattfand. Der Ablauf war wie bei den anderen Turnieren, viel hin und her rennen, aufsatteln, absatteln,… und keine Zeit sich kurz zu erholen. Das wäre bei dem unglaublich heißen Tag, aber wirklich nötig gewesen. Ich konnte überraschenderweise aber schon früher mit Joe und James nach Hause fahren und so in Ruhe die Stallarbeit beenden. Danach bin ich per Fahrrad noch einmal in die Stadt gefahren, hab mir im nahegelegenen Spar Verpflegung in Form von Yoghurt + Keksen (siehe Bilder) gekauft, mich in den Park gesetzt, gelesen und einfach nur die Seele baumeln lassen.
Heute war der gruseligste Tag überhaupt, den werde ich sicherlich so schnell nicht vergessen. Aber am liebsten möchte ich einfach gar nicht mehr daran denken… .
Ich bin frühs, nachdem ich die Pferde im Stall gefüttert habe, Richtung Koppeln gelaufen, um dort die zwei Stuten und Fohlen zu füttern. Dort angekommen sehe ich, dass sich das eine Fohlen richtig, richtig böse am Kopf verletzt hat. Ich konnte meinen Augen erst gar nicht trauen, der Anblick hätte eher zu einem Horror-Splattermovie als zur Realität gepasst. Ich bin sofort zu Sharon gerannt und hab ihr gesagt, dass sie den Tierarzt anrufen soll, dann haben wir die Stute und das Fohlen in den Stall gebracht und bange gewartet. Das Fohlen ist mit dem Kopf am Zaun hängen geblieben und hat sich das komplette Gesicht aufgerissen – am besten erzähl ich gar nicht weiter, mir wird schon wieder schlecht, wenn ich dran denke. Ich musste es dann halten, als die Tierärztin es genäht hat und zwischendurch abbrechen, weil mir das schlecht und schwindelig von dem Anblick war.
Als wäre das nicht genug, mussten heute noch zwei neue Pferde in den Stall gebracht werden. Das Problem: die zwei standen die ganze Zeit auf der Koppel, sind noch nicht eingeritten und nicht sonderlich an Menschen gewöhnt. Tore und ich haben die zwei Pferde vorsichtig von der entfernt gelegenen Koppel in einen Stall geführt und von dort versucht in den Transporter zu befördern. Zum Glück hatten wir Hilfe von Ger O’Brien, einem Mann dem hier eine nähergelegene Farm (+ das neue Pferd) gehört und der eine Art Pferdeflüsterer zu sein scheint *g*. Jedenfalls haben wir mit seiner Hilfe die Pferde irgendwie in den Anhänger und dann auch wieder raus und in die zwei Boxen hier bekommen. Für mich war das bisher auf jeden Fall genug Aufregung für einen Tag, oder besser eine Woche oder Monat und ich hoffe inständig, dass der Tag keine weiteren bösen Überraschungen birgt. Und dabei habe ich gerade erst meine Mittagspause…

22.07.08

Reisen bildet =)

Dienstag, 15.07.08

Hallo ihr Lieben,
viele Grüße aus Wales! Ich komme ganz schön rum, was ;)?
Aber fangen wir lieber mit einer Art „Rückblick“ seit dem letzten Eintrag an. An meinem freien Tag habe ich noch einmal Kilkenny besucht und mir u.a. St. Carnices Cathedral (wunderschön!), die Black Abbey und das Schloss von innen angeschaut. Extra für die Touristenströme gibt es alle halbe Stunde eine geführte Tour durch die wichtigsten Räume des Schlosses. Die Räume im Schloss spiegeln die unterschiedlichsten Epochen seit Erbauung (1320 rum) dar. Abends habe ich mich dann mit Eduard aus Tschechien getroffen, er arbeitet in der gleichen Straße wie ich (Problem ist nur, dass die Straße gefühlte 5km lang ist - und ich am Anfang, und er fast am Ende wohnt). Nebenbei habe ich auch seinen Gastvater und die Oma (94 Jahre alt!) getroffen. Die beiden sind gälisch aufgewachsen und sehr interessiert im Erhalt dieser Sprache. Außerdem habe wir einen ziemlich eigenartigen Saft aus der sogenannten „elder flower“ (weiße Blüten!) getrunken – wer weiß, welche Droge das war… ;).
Am Samstag habe ich überraschenderweise den Nachmittag mehr oder weniger frei bekommen, da ich Killian und seinen Freund ins Kino zu Kungfu Panda begleitet habe. Danach habe ich mich gleich mit Karin, einem Mädchen aus Schweden, getroffen, da ich ja sowieso unterwegs in der Stadt war. Sie arbeitet auch in Kilkenny und ist 18 Jahre alt. Leider will sie ihre Farm demnächst wechseln, da sie dort zu wenig zu tun hat und etwas gelangweilt ist. Also das komplette Gegenteil von mir…
Erst waren wir bei Subway essen und haben uns nebenbei echt lustig mit dem Brötchen-Beleger unterhalten. Er kam aus Carlow und hat uns gleich erzählt, wo man hier in der Umgebung gut ausgehen kann, etc. . Die Leute in Irland quatschen im Gegensatz zu den meisten Deutschen einfach drauf los, ist echt lustig.
Nachdem wir dann in einem Pub Smithwick’s (Kilkenny Bier!) getrunken haben, sind wir in die Nähe der Bibliothek in einen Park gegangen. War echt schön, auszugehen und Kilkenny bei Nacht zu erleben. Besonders am Wochenende sind die Pubs und Bars zum Bersten gefüllt.
Abends kam ich per Taxi nach Hause und auch hier habe ich mich wieder mit dem Fahrer über irisches Wetter (was sonst), Deutschland, Pferde und Kilkenny unterhalten. Musste anfänglich ziemlich schmunzeln, weil er genauso wie Stromberg aussah *g*.
Übrigens stand bist gestern Abend in den Sternen, ob wir überhaupt auf das Turnier hier fahren können, da Missy (Susans Pony) krank geworden ist. Die Tierärztin war seit Freitag jeden Tag da, um zu schauen ob es eine ansteckende Pferdekrankheit (weiß den Namen nicht auf Deutsch ^^) ist. Wäre das der Fall gewesen, dann wäre der komplette Stall für die nächsten 3 Monate gesperrt gewesen. Groooße Aufregung also.
Heute morgen haben wir aber den entwarnenden Anruf bekommen und konnten 5.00Uhr frühs Richtung Rosslare aufbrechen.


Montag, 21.06.08
Da bin ich wieder…zurück in Irland =).
Wales war definitiv eine neue Erfahrung, sehr stressig und hektisch, aber auch schön und informativ. Ist schon etwas Besonderes bei so einem großen Springturnier (es waren über 600 Pferde mitsamt Reiter angereist) „hinter den Kulissen“ dabei zu sein und mitzuhelfen. Schon erstaunlich was ich in der kurzen Zeit in der ich hier bin, alles dazugelernt habe – soviel zum Thema „Erfahrung im Umgang mit Pferden“ ><. Angefangen beim richtigen Verladen der Pferde für Transporter und Fähre, über das ganze Equipment (Stollen, Bandagen,…) bis hin zu Sachen wie Fütterung und Pflege (eine meiner häufigsten Arbeiten ist Schweif waschen….).
Angereist sind wir wie gesagt per „Lorry“ (so nennen hier alle die Pferdetransporter). Im Gepäck hatten wir 2 Ponies, ein Pferd, 8 Menschlein, Essen und viel Gepäck. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte 3 Stunden und ging von Rosslare nach Pembroke, Wales. Das Schiff war wie eine Art Riesenhotel auf 4 Etagen. Da gab es von Shops über Bars und Kinderspielbereich alles, was das Herz begehrt. Nach der Fahrt ging es über Swansea, Cardiff und Newport ganz in die Nähe von Chepstow. Der Platz hieß David Broome Event Centre und bestand aus ca. 800 provisorisch aufgebauten Boxen, 5 Springarenen, einer Disco + Restaurant, Reitplätze zum Warmreiten und viel Wiese für die ganzen Transporter.
Mein Tag bestand von jetzt ab also daraus, frühs aufzustehen, Pferde zu füttern & Co, zu schauen wer als erster in welcher Arena springt (wenn es auf Grasboden war, musste ich die Springstollen einsetzen), die Pferde fertig zu machen, dorthin zu bringen und nach dem Springen herumzuführen, damit sie nicht zu „aufgeheizt“ sind. Zwischendrin gab es immer was zu tun, so musste ich z.B. die Pferde für Turniere eintragen und ihre Nummern (jedes Pferd hatte eine Nummer, Rory war 89, Nessa 88 und Blaze 90 ^^) auf Tafeln schreiben zu lassen, welche die Reihenfolge der Teilnehmer angezeigt hat. Da die Kids recht unordentlich sind, bzw. von selber nichts aufräumen, habe ich auch (mehrmals täglich *sfz*) den Lorry aufgeräumt, abgewaschen, etc. Also Arbeit rund um die Uhr! Abends ging es dann in die Disco oder das Restaurant. Geschlafen haben wir übrigens alle zusammen im Lorry, manchmal mehr Leute, manchmal weniger, weil Joe nach einem Tag außerdem ein B&B in Caldicot gebucht hat. Ich habe aber die ganze Zeit im Lorry geschlafen.

Am Mittwoch und Samstag habe ich mir das Fahrrad geschnappt und Caldicot, bzw. Chepstow besucht. Nach Caldicot bin ich einfach auf gut Glück, da es die nächste Stadt in der Nähe war. Dort habe ich auch gleich ein Schild für das Caldicot Castle entdeckt und mir dieses (mitsamt einer schönen Kirche) angeschaut. Chepstow kannte ich ja noch etwas von unserem Bristol-Urlaub letztes Jahr ;). Da dort der Sommerschlussverkauf auf Hochtouren lief, habe ich mir ein bisschen was geleistet (genauso wie auf der Rückfahrt im Shop der Fähre – Guiness-T-Shirts!). Leider hatte ich die Entfernung zwischen dem Center und Chepstow (4 Meilen) ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Unter Zeitdruck braucht man mit einem alten Fahrrad doch etwas länger *g*.
Am Sonntag kam dann der große Schock… (ich mache hier aber auch wirklich alles mit). Bekam gegen Mittag auf einmal eine SMS auf mein irisches Handy, als ich gerade das Pony fürs nächste Springen fertig mache wollte – die Stute hat sich beim Springen verletzt, ich soll schnell kommen und die Stollen raus machen. Als ich ankam, stand sie am Rand und als ich die Stollen raus gemacht habe, war meine Hand danach voller Blut. Na toll… das arme Pferd. Sie ist bei einem Hindernis falsch aufgekommen und konnte danach nicht mehr laufen. Haben gleich den Tierarzt geholt, die Stute in einen Transporter geladen und ein Helfer + ich sind in den nächsten richtigen Stall gefahren und haben sie dort in eine Box untergebracht. Anschließend habe ich dort auf den Tierarzt gewartet und ihm dann beim Röntgen des Beines geholfen. Habe eine dieser schweren Bleiwesten und Bleihandschuhe überbekommen und musste Metallplatten gegen das Bein von Nessa halten, während er mit einem Laser gearbeitet hat. Danach ist er zum Auswerten in die Klinik gefahren, Diagnose: Ellbogen gebrochen. Und ja, Pferde haben Ellbogen ;). Die sind dort, wo das Bein losgeht und das Gelenk sitzt. Das Beim wurde geschient und dick eingepackt, sodass sie es nicht mehr bewegen kann. Da die Verletzung so ernst ist, durfte sie natürlich auch nicht mit der Fähre zurück fahren – generell darf sie sich die nächsten 6 Wochen nicht bewegen und blieb deswegen in Wales zurück und wird später abgeholt – armes Pferdchen =(.
Wir sind Sonntag Abend 21.00Uhr also ohne sie Richtung Irland aufgebrochen. Die Fähre startete 2.45Uhr von Fishguard und angekommen sind wir Montag früh 9.00Uhr. Viel Schlaf hab ich also nicht abbekommen ;).
Bilder von Wales, meinem freien Tag & Co. habe ich im Fotoalbum hochgeladen. Hat ein bisschen den Anschein, dass hier alles aus Kirchen und Gräbern besteht *lach*.

@G.R. au ja, wir geben dann eine Runde Bananensaft fuer alle aus =)! Hoffe dir machts noch Spass und die scheuchen dich nicht zu sehr rum.

Ansonsten vielen lieben Dank fuer die Kommentare (@Carsten, beide Ueberfahrten waren extrem ruhig, keine Spur von Seekrankheit *g*) und ganz liebe Gruesse an alle, vermiss Euch und hoffe, bei euch ist alles ok =)! Und feiert nicht zu viel ohne mich ;).

10.07.08

My day off

Donnerstag, 10.07.08
Mein erster freier Tag! Juchuuu – Zeit um eine Tour durch das Schloss zu machen und mir die restlichen Sehenswürdigkeiten von Kilkenny anzuschauen. Außerdem Zeit, um ein paar Leute zu treffen. Aber dazu später mehr ^^.
Vielen lieben Dank fuer die Kommentare in meinem Blog, freue mich immer total wenn ich etwas von Euch hoere =)! Bilder von mir und den Pferdchen folgen sobald wie moeglich.
Am Sonntag war ich das erste mal mit auf einem Springturnier. Normalerweise sollte ich im Stall bleiben, aber kurzerhand bin ich dann doch mit. Das hat mir einen ziemlich langen (6.00Uhr aufgestanden, 21.30Uhr wieder zu Hause) Tag beschert. Wir haben 3 Ponies und ein Pferd in den großen Anhänger – eigentlich eine Art Wohnmobil mit 6 Ständern für die Pferde – gepackt und sind zu 4. (Sharon, Susan, Jonathan, ich) losgedüst. Das Turnier fand in Barnadown, Co. Wexford (oder doch Carlow???) statt. Ich musste dort die Pferde fertig machen, eines waschen, Sachen hin und her tragen, aufräumen,… sowas ist echt stressig! Gegen Ende des Turniers hat dann auch noch ein regelrechter Platzregen eingesetzt. Wir haben uns dann in den Truck verkrochen, Kekse gemümmelt und erzählt. „Wir“ waren in dem Fall meine „Gastbrüder“, zwei Freunde von ihnen und eine Nanny. Der eine Junge war vielleicht 4 Jahre alt und hat nur in „fuck“ und sonstigem Vokabular geredet, echt unglaublich! Die Jungen wollten dann wissen, was das ganze ins Deutsche übersetzt heißt – aber wie übersetzt man bitte „motherfucker“?
Ansonsten hatte ich eine relativ normale – d.h. sehr anstrengende – Arbeitswoche. Am Montag habe ich noch Tore, den Mann für alles auf dem Anwesen, kennengelernt. Er kommt aus Mali und war die ganze Zeit gutgelaunt und sehr nett. Leider arbeitet er immer nur montags hier.
Gestern Abend hatte ich dann zum ersten mal die Gelegenheit zu einem waschechten Guiness samt gemütlicher Pub-Atmosphäre! Anna, zwei weitere Mädels und ich sind nämlich nach Clonmel zu einem Konzert gefahren. Ich habe vorher extra schnell gearbeitet, damit wir 18.00Uhr per Taxi zu Anna nach Hause fahren konnten. Dort gabs dann Abendbrot und kurz drauf traf ihre Freundin Anja aus Tschechien, mitsamt deren neuen Mitbewohnerin Helena aus South Carolina/USA ein. So haben sich dann also 4 Nationen (und keine davon irisch in Irland *g*) in Anjas Auto versammelt um einen schönen Abend zu verbringen. Helena ist 19 Jahre jung und auch erst seit einer Woche in Irland. Mit ihr habe ich mich super verstanden und da sie in der Butler Gallery im Schloss arbeitet, wollte ich sie heute gleich mal dort besuchen.
In Clonmel angekommen ging es erstmal zu einer Art fast food Restaurant namens Abrakedabra – und dort gabs leckere Chips (Pommer frites) mit Knoblauch und Käse. Klingt komisch, sieht auch komisch aus, hat aber echt lecker geschmeckt! (Fotos davon sind im Fotoalbum). Das Konzert fand in einem etwas größeren Pub statt. Gespielt hat Cathy Davey, eine irische Singer&Songwriterin, den Musikstil würde ich am ehesten als Alternative bezeichnen. Hat mir dort echt gut gefallen =)!
Ca. 1.00Uhr waren wir dann wieder in Kilkenny und ich hatte heute endlich mal die Gelegenheit auszuschlafen!
Jetzt geht’s in die Stadt!
Liebe Grüße, Jo

PS: wusstet ihr, dass die Amerikaner denken, alle Deutschen lieben David Hasselhof? Helena fragte mich das zumindest ganz besorgt, weil das bei ihnen so eine Art Klischee ist *ggg*.

PPS: Achja… ich bin von nächster Woche Dienstag bis Samstag oder Sonntag in England/Wales! Und zwar fährt meine komplette Gastfamilie per Fähre auf ein größeres Turnier dort drüben und ich soll sie begleiten! Bin total aufgeregt diesbezüglich…

08.07.08

Bilder =)

Huhu,
ich habe es endlich geschafft einige Bilder hochzuladen (ein Hoch auf die Kilkenny library!)

http://picasaweb.google.com/einJo9/JoAufGrosserTour

Bueddeschoen!

05.07.08

I thought… Oh my god, I’m in Ireland – then I came to Kilkenny and I thought – OH MY GOD- wtf???!

Montag, 30.06.08 (Tag 1 xD)
Halli hallo,
mein erstes Lebenszeichen via Internet, seitdem ich auf der Grünen Insel gelandet bin =).
Nach zwei Stunden Flug von Berlin Schönefeld nach Dublin kam ich wohlbehalten in Irland an und von oben sieht’s wirklich aus wie in den ganzen Reiseführern – viel Gras, grüne Wiesen und eine atemberaubende Steilküste ^^. Nach der Landung ging es gleich zur Gepäckabholung und dann Richtung Ausgang, um meinen Bus, welcher mich nach Kilkenny bringen sollte, zu finden. Nach zweimaligen rumfragen, hab ich ihn auch gefunden und da noch etwas Zeit war, ging’s erstmal zum einkaufen in den nahegelegenen Spar *g* und noch mal ins Flughafengebäude. Dort traf ich zufällig auf eine Belgierin, die fließend deutsch sprach und gerade ihre Heimreise nach 10-monatigem Aufenthalt in Co. Kilkenny angetreten hat. Sie hatte das „Pech“ ziemlich abgelegen in einem Haus zu wohnen und dort weder eine Busverbindung hatte, geschweige denn Handy- oder Internetempfang.
1.30pm fuhr ich dann ausgestattet mit neuen irischen Anekdoten Richtung Gastfamilie ^^. Da der Bus einmal quer durch Dublin fahren musste, hatte ich so auch schon mal die Gelegenheit zumindest das Custom House und Temple Bar im Vorbeifahren zu bewundern =). Auch sonst war die Landschaft auf der weiteren Fahrt wie erwartet: viele grüne Felder, kleine Straßen und Dörfchen und einige Kirchen + alte Friedhöfe. Doch es ab erstaunlich viel Wald/Bäume und anscheinend mehr Pferde als Schafe!
Etwas verspätet (ca. 3 Stunden Fahrt) kam ich dann in meinem neuen Zuhause für die nächsten 3 Monate an: Kilkenny! Der Ort war extrem bevölkert mit Touristen v.a. Bagpackern und Autos. Viel gesehen habe ich bei der kurzen Durchfahrt aber noch nicht, nur von weitem das Schloss und einige nette Gässchen mit Shops. Nach kurzem Warten (Anruf von Sharon: I’ll be there in 5 Minutes = so in etwa… 15 Minuten) habe ich meine Gastma kennengelernt. Sie ist sehr cool und locker drauf (z.B. erzählte sie mir auf der Hinfahrt, dass sie eine Au-Pair da hatte, damit sie ihre Kinder los ist, da sie ihre Ruhe vor ihnen haben will) – aber steht auch ständig unter Strom. Nachdem wir noch kurz ein Fahrrad für ihre Tochter (Susan, 9 Jahre) gekauft haben, fuhren wir auf ihr Anwesen. Dort hat es mir dann wirklich die Sprache verschlagen… hier gibt es 3 Häuser (2 kleinere, weiß noch nicht was da drin ist), ein ganz kleines Futterhäuschen, eine Garage, einen Stall, einen kleinen Stall mit 4 Boxen, einen Reitplatz, Koppeln und das Wohnhaus. Letzteres besteht aus geschätzten 1000m² Wohnfläche, 3 Etagen und z.B. zwei Fernsehzimmern, einem Playstationzimmer,… ist echt verrückt!
Ich habe mein eigenes Zimmer mit begehbarem Kleiderschrank und Bad bekommen.
Ich habe schon einige Impressionen vom Inneren des Hauses gemacht – daran werde ich mich so schnell sicher nicht gewöhnen! Bilder kommen online, sobald ich etwas mehr Zeit habe.
Dann habe ich die Kinder von Sharon und Joe kennengelernt. Im Moment kann ich sie noch schlecht einschätzen, aber meistens fahren sie auf dem Quat (schreibt man das so?) auf dem Anwesen rum oder schauen fern. So habe ich z.B. gestern mit ihnen evan almighty, ein bisschen mit ihnen geredet und draußen mit Killian, dem jüngsten Sohn, und seinem Freund gespielt.
Abends habe ich dann auch Joe, den Vater, kennengelernt. Er ist Anwalt und geht immer früh und kommt spät abends erst wieder. Er ist aber sehr nett, hat mich vieles gefragt und selber erzählt.
Gearbeitet habe noch nicht wirklich etwas, habe nur die Pferde gesehen und gefüttert. Neben den 17 Pferden gibt’s hier außerdem 4 Hunde (davon 2 Welpen), eine Katze, zwei Hamster, einen Wellensittich und ein Kaninchen – also einen richtigen Zoo! Ansonsten arbeitet hier übrigens ab und zu ein Gärtner (den hab ich noch nicht gesehen), tagsüber eine Haushälterin (Anna) und für die nächsten zwei Tage Deirdra, ein Mädchen hier ganz aus der Nähe – so ein Anwesen will ja gepflegt werden ;).
Abends bin ich dann ziemlich ko ins Bett gefallen und durfte am nächsten Tag bis 8.00Uhr schlafen (normalerweise fange ich um die Zeit an).
Also dann… Hi Ireland!

Dienstag, 01.07.
Mein erster richtiger Arbeitstag! Und es ist mindestens so anstrengend wie erwartet…
Ich wachte frühs auf, schaute aus meinem Fenster und was gabs zu sehen? Sturm und Regen – juchu! Gestern war noch so schönes Wetter gewesen…
Nachdem ich alleine Frühstück gegessen + die nasse Katze reingelassen habe (das komplette Haus hat noch geschlafen *g*) kam irgendwann auch Joe runter und Anna ins Haus. Danach ging in den Stall, wo ich den Großteil meines Tages verbracht habe. Deirdra hilft im Moment auch mit aus und hat mir alles gezeigt. Erst wurden die Pferde gefüttert (und alle bekommen anderes, ganz spezielles Essen), dann wurde ausgemistet. Das hat den Großteil des Vormittages gebraucht…und ist echt eine Knochenarbeit. Erst wird mit der Mistgabel alles rausgemacht, dann gekehrt, dann neu eingestreut – und bei den großen Boxen dauert das. So hatte ich aber die Gelegenheit mit ihr etwas zu plaudern. Sie ist 18 Jahre alt und hat auch gerade ihre Schule abgeschlossen. Leider arbeitet sie nur noch für 2 Tage hier, sie wohnt aber ca. 800m Luftlinie entfernt.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter. Wir sind mit den zwei Turnierpferden ausgeritten. Die beiden sind in etwa so groß wie die Pferde, die ich in Deutschland geritten bin (also ziemlich riesig *g*), aber extrem „sportlich“ *g*. Da Nessa (ich muss mir unbedingt die ganzen Namen merken) im Moment Probleme mit ihrem Bein hat, sind wir nicht weit weg und auch nur im Schritt und Trab geblieben. Achja: das Pferd was ich geritten bin, hieß Blair *g*. Danach ging es gleich noch mal raus – und zwar mit einem Pony „Missy“ (das durfte ich reiten xD! War so ungewohnt, auf einmal wieder so nah am Boden zu sein) und einem mittelgroßen Schimmel (verflixt, wie hieß er doch gleich…). Diesmal sind wir etwas weiter geritten. Der Weg geht von Kilkenny weg, an einem sehr schönem alten Friedhof und vielen Anwesen (wahrscheinlich die reichere Gegend von Kilkenny ;)) vorbei. Danach ging’s gleich weiter, schließlich haben sie einige Pferde ;). Wir haben die 3 Jährige Coco longiert, weil sie gerade eingeritten wird und etwas Training braucht. Wir haben sie dann auch mit Doppellonge geführt (das Pferd läuft vorneweg und man selber mit zwei Longen links und rechts genau hinter dem Pferd ^^), bzw. sie hat mir gezeigt wie es geht und ich habe es dann auch gemacht. Als Coco fertig und im Stall war gings mit dem Pony „Pipi“ (ja… lustiger Name, aber in Irland kennen sie die Bedeutung nicht ^^) weiter. Diesmal habe ich sie alleine longiert und es hat auch alles super geklappt =).
Danach wurde wieder saubergemacht, gefüttert und Sonstiges erledigt.
Darf mir noch gar nicht vorstellen, dass ich all das jetzt jeden Tag machen muss… ich kann mich morgen früh vor lauter Muskelkater bestimmt kaum noch bewegen ><. WLAN gibt’s hier übrigens nicht, aber ich kann ab und zu an einen der Familiencomputer gehen. Wenn der funktioniert… schauen wir mal ^^. Byebye und schöne Grüße nach Deutschland =)!

Samstag, 05.07.08,
Huhu,
ich hoffe Euch da drüben geht’s prima und alles läuft so, wie ihr euch das vorstellt (ich denke da z.B. an Zivi, Bund oder Ferienjobs ;) ). Hoffentlich ist das Wetter bei Euch auch besser als bei uns! Hier regnet es seit Dienstag! Ich weiß im Moment gar nicht, was ich machen soll, da ich jetzt normalerweise die Pferde reite… wenn hier nicht alles unter Wasser stände. In solchen Augenblicken wünscht man sich doch sehnlichst eine Reithalle.
Meine Arbeitstage laufen eigentlich alle mehr oder weniger gleich ab, je nachdem was so anliegt. Ich stehe meistens 7.00Uhr auf, esse Frühstück und gehe in den Stall. Dann geht’s los mit Pferde füttern, Heu geben, ausmisten, Hunde rauslassen und den Hasen füttern. Wenn Pferde über Nacht auf der Koppel waren (so wie seit einigen Tagen die Stuten + Fohlen), dann muss ich auch dort hin und sie füttern + Wasser geben. Danach mache ich meistens den ganzen Stall sauber, räume alles weg, kehre und meistens ist es dann schon ca. 12.30-13.00Uhr und die Pferdies bekommen ihr Mittag in Form von Heu. In der Zeit gehe ich dann hoch und esse mein Mittag, welches Anna gemacht hat. Viele haben mich vor meiner Reise gewarnt und gesagt, dass das irische Essen sehr gewöhnungsbedürftig und nicht sonderlich gut sein soll, aber Anna’s Essen ist echt super (ob es daran liegt, dass sie ursprünglich aus Dänemark kommt…?!).
Ich glaub ich bin hier nur am Essen… jedenfalls hab ich manchmal das Gefühl, gerade mache ich z.B. mit Susan und Kathy (einer Freundin) Brownies.
Nach meiner Mittagspause geht’s dann wieder runter in den Stall. Meistens habe ich 6-7 Pferde, die ich bewegen muss, je nachdem ob Susan oder Jonathan reiten oder nicht (was sie bis jetzt nur 2x getan haben). Meistens longiere ich dann die zwei Ponies Pipi + Blaze und außerdem die junge Coco. Danach reite ich Nessa, Rory, Blair und Missy. Eigentlich ist der Tag danach „schon“ so gut wie rum. Zwischendrin erledige ich Aufgaben wie das Zaumzeug saubermachen + einfetten, Pferde waschen, Schweif einflechten, putzen, Futter holen, … . Heute musste ich z.B. Stollen in die Hufeisen machen. Die werden gebraucht, wenn die Pferde auf Springturniere mit Grasboden gehen. Am/Im Hufeisen oben links und rechts gibt es zwei „Löcher“, wenn man die ordentlich reinigt (ohne den Draht darin kaputt zu machen) kann man eine Art Schrauben reindrehen, sodass die Pferde dann besseren Halt auf dem Boden haben.
Damit ich nichts vergesse hat Sharon eine Liste mit den ganzen Aufgaben gemacht (siehe Foto ^^). Fertig bin ich meistens 20.00Uhr, je nachdem, wie viel zu tun war. Ihr seht also… plenty of work to do ;)! Joe versucht mich die ganze Zeit dazu zu bringen, weniger zu arbeiten. Er kam heute zweimal in den Stall und fragte die ganze Zeit besorgt nach, ob auch alles ok ist und most important: „Take it easy!“

Vor einigen Tagen habe ich Post von Equipeople (der Organisation aus Irland) bekommen und u.a. haben sie eine Mitreisendenliste beigelegt. Im Moment sind echt viele Leute als Farmarbeiter unterwegs in Irland, auch ein paar in meiner Region. Ich habe Mittwoch schon einmal mit einem Mädchen aus Schweden (inklusive ihrem irischen Gastvater *g*) telefoniert. Sie arbeitet auch in Kilkenny und wir wollen uns nächste Woche, wenn ich meinen freien Tag (Mittwoch oder Donnerstag) habe, mal treffen. Nachher wollte ich noch einen Jungen aus Deutschland anrufen, er arbeitet im Moment auch in der Stadt, ebenso wie einer aus Frankreich.
Mittwoch war ich auch in Kilkenny und hatte die Chance, mir die Stadt anzuschauen. Sharon hat mich mitgenommen und nach ca. 4 Stunden wieder abgeholt. So konnte ich das wunderschöne Castle und einige Kirchen besichtigen, außerdem haben sie hier eine Menge Shops und sonstige Einkaufsmöglichkeiten. Besonders toll finde ich, dass sie hier echt viele Buchläden haben, auch second hand books (wie z.B. Oxfam, ich liebe den Laden!). Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe einige Bücher mitgenommen ^^…
Außerdem hatte ich kurz die Chance (illegalerweise) ins Internet zu gehen, da ich mich an den Computer der public library geschlichen habe ;) – normalerweise kostet das 3€/30Min!
„Bestraft“ wurde ich mit einem heftigen Regenguss, als ich wieder zurück zum Treffpunkt gehen wollte. Meine Regenjacke leistet mir hier wirklich gute Dienste!

Gestern (Freitag) Abend war Joe’s Mutter Reenie zu Besuch und da Sharon und die Kids ausgeflogen – im Wahrsten Sinne des Wortes, da sie in England waren – waren, hatten wir den ganzen Abend „für uns“. Ich habe mich echt lange und nett mit ihr unterhalten, da kamen dann nach Themen wie Wetter (eindeutig das Lieblingsthema der Iren) und Essen, Sachen wie die Wahlen in Amerika, der Irak Krieg, Religion, das deutsche Schulsystem und Reisen zur Sprache =)..
Mit meiner Ma, „meinem“ Phil und meiner Oma habe ich ja schon per Telefon geredet, aber wenn sonst jemand mich anrufen will, dann freu ich mich natürlich sehr! Ich habe ein Telefon in meinem Zimmer und kann das auch benutzen. Im Moment weiß ich aber die Durchwahlnummer noch nicht, sodass Anrufe in der Küche ankommen. Muss heute Abend mal mit Sharon darüber reden, jaja… die Technik ^^. Es scheint Vorwahlen wie 01027 zu geben, sodass Anrufe nur 0,15€/Min kosten. Also am Besten sowas vorher benutzen =). Erreichbar bin ich meistens so ab 9.30p.m., also 22.30Uhr bei euch (Zeitverschieeeeeebung).
Die „Küchennummer“ ist übrigens 00353/567720644.

Liebe Grüße, Jo

Jo auf grosser Tour

25.06.08

There was never any more inception than there is now.

Halli hallo ihr lieben Blogleser,

dieser Blog wird in den nächsten 3 Monaten stetig mit Neuigkeiten, Erlebnissen und Fotos aus Kilkenny/Irland gefüllt werden - genau dort bin ich nämlich ab dem 30.06.!
Ich habe mich entschieden, auf der Grünen Insel tatkräftig mit anzupacken, Land und Leute kennenzulernen und natürlich zu prüfen, was an den ganzen Klischees (Guiness, Schafe, Pubs) so dran ist ;).
Auf die Idee gekommen bin ich über die Organisation Travelworks, welche mir eine Familie mitsamt Pferdefarm vermittelt hat. Bis jetzt hat alles reibungslos und super funktioniert, ich hatte immer eine nette Ansprechpartnerin bei TW (Travelworks) und das Platzierungsangebot, welches ich Mitte Mai erhalten (und angenommen) habe, klingt wirklich spitze.
Meine zukünftige Gastfamilie besteht aus Gastma (Sharon), Gastpa (Joe) und vier, anscheinend sehr augeweckten, Kindern im Alter von 7-15. Sie leben auf einem Anwesen mit 17 Pferden und zwei Hunden ca. 2km vom Stadtkern von Kilkenny entfernt.
Meine Aufgaben werden nun darin bestehen, auf dem Hof tatkräftig mit anzupacken, die Pferde zu versorgen, zu longieren und hoffentlich auch ab und an zu reiten ;). Da die Familie sehr viel auf Springturnieren unterwegs ist, werde ich am Wochenende zu den Veranstaltungen mitfahren und dort ebenfalls helfen. Außerdem werde ich mich ca. 2x die Woche darin versuchen, die Kids zu unterhalten und zu beschäftigen (na hoffentlich geht das gut *lach*).

Das bei allen gefürchtete erste Telefonat habe ich übrigens schon hinter mir und bis auf die Tatsache, dass die Sprechgeschwindigkeit wirklich beeindruckend ist, habe ich alles gut verstanden *g*.
Extra für meinen Aufenthalt haben wir gestern abend übrigens Skype eingerichtet (mein Nickname lautet ein-jo) und mitsamt Webcam kann man mich bei Bedarf bestaunen und Erlebnissen lauschen ;). Ansonsten habe ich ICQ (331-021-597) und natürlich diesen Blog hier, auf dem ich versuche, in regelmäßigen Abständen meine Erlebnisse zu schildern.
Ratschläge, Warnungen, Ermutigungen und Erkundigungen in Form von Kommentaren in diesem Blog (und sonst natürlich auch) sind sehr gerne gesehen ;).

Liebe Grüße and see you soon, Jo(hanna)

PS: auf globalzoo bin ich übrigens auch =)

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Der italienische Journalist Renato Giuntini hatte den großen Pianisten Artur Rubinstein interviewt. "Zum Abschied schenkte er mir eine Kiste seiner Lieblingszigarren. 'Ich werde sie mein Leben lang aufheben!' sagte ich. 'Tun Sie das nicht,' meinte er. 'Sie müssen sie rauchen, lieber Freund. Die Zigarren sind köstlich wie das Leben. Das Leben bewahrt man sich nicht auf. Man genießt es in vollen Zügen.'