Montag, 28.07.08 (diesmal das richtige Datum – wir haben Juli xD)!
Ich habe jetzt ein neues Fotoalbum angelegt, weil sich doch schon einige Bilder angesammelt haben. Es gibt sogar zwei von mir - toll, was ;)?! Der Beweis, dass ich noch lebe...
http://picasaweb.google.com/einJo9/Woche4
Letzten Dienstag ist meine Gastfamilie, zwei Freunde und ich anlässlich James Geburtstag in einem italienischen Restaurant essen gegangen. Das Besondere hierbei war, dass der Besitzer vor einigen Wochen eine berühmt-berüchtigte „My Super Sweet 16“-Party (die Sendung, die auf MTV kommt, die Party hier wird im Frühjahr 2009 ausgestrahlt) für seine Tochter geschmissen hat. Stattbekannt ist er jetzt auf jeden Fall ;).
Mittwoch Abend haben Helena und ich mal wieder die Pubs in Kilkenny unsicher gemacht *g*. Wir haben uns auf gut Glück ein Pubs gesucht und prompt ein urgemütliches gleich neben dem Schloss und dem Fluss gefunden. Die Einrichtung war traditionell gehalten und strahlte eine einladende Atmosphäre aus. Sie hatten an diesem Abend auch jemanden, der Musik gespielt hat, allerdings leider keine typisch irische Musik, sondern amerikanische Lieder. Nichtsdestotrotz hatten wir einen super Abend und viel Zeit zu quatschen – jedenfalls solange, bis uns zwei Iren angesprochen haben. Danach wurde nämlich zu 4. geredet, Guinness getrunken und Geschichten erzählt. Und das ich erst relativ spät wieder in meinem neuen Zuhause auf Zeit war, war nicht weiter schlimm, da ich Donnerstag meinen zweiten freien Tag hatte!
In Irland ist es teilweise nicht ganz so einfach von A nach B zu kommen, jedenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Obwohl die Insel relativ klein ist, braucht man aufgrund der zeitweise winzigen und kreuzgefährlichen Straßen recht lange. Ich wollte als erstes Bennettsbridge (ca. 10 Kilometer von Kilkenny entfernt) besuchen. Sharon hat mich freundlicherweise dorthin gefahren und ich habe das Fahrrad mitgenommen. In Bennettsbridge sollte es ein „Folk and Heritage“-Museum geben, also habe ich mich als erstes dorthin auf den Weg gemacht. Das Museum war eigentlich ein kleines Häuschen, welches einem alten Mann gehört und aufgemacht wird, wann und wie er Lust hat – und am Donnerstag hatte er leider keine Lust. Jedenfalls prangte ein großes „Closed“-Schild am Eingang. Da Bennettsbridge wirklich ein kleines 100 Seelen Dörflein war, habe ich mir stattdessen die 3 anderen „Sehenswürdigkeiten“ angeschaut. Das war der „Nicholas Mosse Irish Country Shop“ (ein Töpferladen), „Keith Mosse Wood Working“ (ein Laden mit Holzarbeiten) und „Moth to a Flame“ (ein Kerzenladen). Danach wollte ich weiter nach Thomastown, eigentlich per Fahrrad. Nach einem Gespräch mit einer Verkäuferin entschied ich aber, doch per Auto kutschiert zu werden, da sich Fahrräder auf solchen Straßen wohl nicht zu gut machen und ab und an plattgefahren werden (die rasen hier teilweise wirklich, und das bei den kurvigen Straßen). So ging es dann gleich weiter, durch Thomastown zur Jerpoint Abbey. Das Kloster ist wirklich sehenswert! Es wurde im späten 14. Jahrhundert erbaut und die Ruinen ragen bis heute gen Himmel – einziges Manko ist jetzt, dass eine relativ vielbefahrene Straße nun dicht vorbeiführt.
Ich hatte Glück und konnte mich nach meiner privaten Tour einer geführten (kostenlosen) Tour anschließen. Diese hat fast 2 Stunden gedauert (was zu großen Teilen an den Fragen einer sehr interessierten älteren Frau lag), war aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Da ich so relativ spät dran war, habe ich mir gleich noch mehr Zeit genommen und mich von vornherein für den letzteren (von zwei) Zügen entschieden, der mich dann wieder nach Hause bringen sollte. So ging es dann also per Fahrrad nach Thomastown, einer sehr kleinen, übersichtlichen Stadt. Dort konnte ich mich dann bei wunderschönstem (z.T. schon zu warmen) Wetter etwas erholen und den Tag ausklingen lassen.
Zurück in Kilkenny habe ich zum ersten Mal den Bahnhof und das nahegelegene, neugebaute Shoppingcenter gesehen.
Am Freitag haben wir dann ein neues Pferd auf Zeit bekommen. Einen 5-jährigen Rappen, der von nun an für Jonathan (anstelle der verletzten Stute) auf Springturniere gehen soll. Das Pferd muss beim aufsteigen und reiten wohl ziemlich kompliziert sein, jedenfalls waren gleich zwei starke Männer da, um Jonathan zu helfen überhaupt raufzukommen.
Übrigens wurde ich Freitag vormittag das erste mal von einem Pferd getreten. Ich habe eine der Stuten und Fohlen auf die Koppel gebracht und wurde prompt vom Fohlen getroffen. Zum Glück vom Fohlen, schließlich hat das noch relativ kleine Hufe ohne Hufeisen. Aber geschockt war ich trotzdem erstmal ;).
Am Samstag war wieder sehr viel Arbeit in sehr kurzer Zeit angesagt, da alles für das Turnier am Sonntag vorbereitet werden musste. In meiner Mittagspause hat Killian die ganze Zeit Sharon genervt, weil er unbedingt in den neuen Batman Film (The Dark Knight) gehen wollte. Nach kurzer Diskussion wurde ich ausgesandt, ihn dorthin zu begleiten (juchu ^^). Der Film war hier ab 15 freigegeben – entspricht in Deutschland 16 – und dementsprechend absolut nicht geeignet für einen 7-jährigen Jungen. Heath Ledger als „The Joker“ hat selbst mich zu Tode erschreckt. Hochachtung vor einer solch grandiosen schauspielerischen Leistung - umso trauriger, dass nichts Weiteres folgen kann :(. Ansonsten hat der Film an sich mich nicht sonderlich umgehauen, viel zu brutal und actionlastig.
Abends, nach einer Menge erledigter Arbeit, ging es dann mit Anna in zwei der „besten“ Pubs von Kilkenny. In Morrisson’s, einer Late Night Bar (hatte bis um 2.00Uhr auf), versammeln sich jedes Wochenende alle feierwütigen Iren aus der Umgebung und lassen es krachen. Als wir da waren, haben wir Bekanntschaft mit einer Gruppe von Männern gemacht, die das Spiel „Dare“ gespielt haben. Es besteht daraus, auf gut Glück eine Karte für einen Unglücklichen zu ziehen und dieser muss dann das machen, was darauf steht. In dem Fall war es „Sprich in Mädchen für 60 Sekunden auf Deutsch an“. Und ratet mal, wer das Mädchen war *ggg* - und sein deutsch war nicht wirklich deutsch, jedenfalls habe ich kaum etwas verstanden. Auf jeden Fall war es ein sehr lustiger Abend und so konnte ich das Schlafdefizit am nächsten morgen auch verkraften ;).
Gegen 11.00Uhr am darauffolgenden Tag sind wir Richtung St. Mullins an der Grenze zu Carlow aufgebrochen, weil dort ein Springturnier stattfand. Der Ablauf war wie bei den anderen Turnieren, viel hin und her rennen, aufsatteln, absatteln,… und keine Zeit sich kurz zu erholen. Das wäre bei dem unglaublich heißen Tag, aber wirklich nötig gewesen. Ich konnte überraschenderweise aber schon früher mit Joe und James nach Hause fahren und so in Ruhe die Stallarbeit beenden. Danach bin ich per Fahrrad noch einmal in die Stadt gefahren, hab mir im nahegelegenen Spar Verpflegung in Form von Yoghurt + Keksen (siehe Bilder) gekauft, mich in den Park gesetzt, gelesen und einfach nur die Seele baumeln lassen.
Heute war der gruseligste Tag überhaupt, den werde ich sicherlich so schnell nicht vergessen. Aber am liebsten möchte ich einfach gar nicht mehr daran denken… .
Ich bin frühs, nachdem ich die Pferde im Stall gefüttert habe, Richtung Koppeln gelaufen, um dort die zwei Stuten und Fohlen zu füttern. Dort angekommen sehe ich, dass sich das eine Fohlen richtig, richtig böse am Kopf verletzt hat. Ich konnte meinen Augen erst gar nicht trauen, der Anblick hätte eher zu einem Horror-Splattermovie als zur Realität gepasst. Ich bin sofort zu Sharon gerannt und hab ihr gesagt, dass sie den Tierarzt anrufen soll, dann haben wir die Stute und das Fohlen in den Stall gebracht und bange gewartet. Das Fohlen ist mit dem Kopf am Zaun hängen geblieben und hat sich das komplette Gesicht aufgerissen – am besten erzähl ich gar nicht weiter, mir wird schon wieder schlecht, wenn ich dran denke. Ich musste es dann halten, als die Tierärztin es genäht hat und zwischendurch abbrechen, weil mir das schlecht und schwindelig von dem Anblick war.
Als wäre das nicht genug, mussten heute noch zwei neue Pferde in den Stall gebracht werden. Das Problem: die zwei standen die ganze Zeit auf der Koppel, sind noch nicht eingeritten und nicht sonderlich an Menschen gewöhnt. Tore und ich haben die zwei Pferde vorsichtig von der entfernt gelegenen Koppel in einen Stall geführt und von dort versucht in den Transporter zu befördern. Zum Glück hatten wir Hilfe von Ger O’Brien, einem Mann dem hier eine nähergelegene Farm (+ das neue Pferd) gehört und der eine Art Pferdeflüsterer zu sein scheint *g*. Jedenfalls haben wir mit seiner Hilfe die Pferde irgendwie in den Anhänger und dann auch wieder raus und in die zwei Boxen hier bekommen. Für mich war das bisher auf jeden Fall genug Aufregung für einen Tag, oder besser eine Woche oder Monat und ich hoffe inständig, dass der Tag keine weiteren bösen Überraschungen birgt. Und dabei habe ich gerade erst meine Mittagspause…
30.07.08
22.07.08
Reisen bildet =)
Dienstag, 15.07.08
Hallo ihr Lieben,
viele Grüße aus Wales! Ich komme ganz schön rum, was ;)?
Aber fangen wir lieber mit einer Art „Rückblick“ seit dem letzten Eintrag an. An meinem freien Tag habe ich noch einmal Kilkenny besucht und mir u.a. St. Carnices Cathedral (wunderschön!), die Black Abbey und das Schloss von innen angeschaut. Extra für die Touristenströme gibt es alle halbe Stunde eine geführte Tour durch die wichtigsten Räume des Schlosses. Die Räume im Schloss spiegeln die unterschiedlichsten Epochen seit Erbauung (1320 rum) dar. Abends habe ich mich dann mit Eduard aus Tschechien getroffen, er arbeitet in der gleichen Straße wie ich (Problem ist nur, dass die Straße gefühlte 5km lang ist - und ich am Anfang, und er fast am Ende wohnt). Nebenbei habe ich auch seinen Gastvater und die Oma (94 Jahre alt!) getroffen. Die beiden sind gälisch aufgewachsen und sehr interessiert im Erhalt dieser Sprache. Außerdem habe wir einen ziemlich eigenartigen Saft aus der sogenannten „elder flower“ (weiße Blüten!) getrunken – wer weiß, welche Droge das war… ;).
Am Samstag habe ich überraschenderweise den Nachmittag mehr oder weniger frei bekommen, da ich Killian und seinen Freund ins Kino zu Kungfu Panda begleitet habe. Danach habe ich mich gleich mit Karin, einem Mädchen aus Schweden, getroffen, da ich ja sowieso unterwegs in der Stadt war. Sie arbeitet auch in Kilkenny und ist 18 Jahre alt. Leider will sie ihre Farm demnächst wechseln, da sie dort zu wenig zu tun hat und etwas gelangweilt ist. Also das komplette Gegenteil von mir…
Erst waren wir bei Subway essen und haben uns nebenbei echt lustig mit dem Brötchen-Beleger unterhalten. Er kam aus Carlow und hat uns gleich erzählt, wo man hier in der Umgebung gut ausgehen kann, etc. . Die Leute in Irland quatschen im Gegensatz zu den meisten Deutschen einfach drauf los, ist echt lustig.
Nachdem wir dann in einem Pub Smithwick’s (Kilkenny Bier!) getrunken haben, sind wir in die Nähe der Bibliothek in einen Park gegangen. War echt schön, auszugehen und Kilkenny bei Nacht zu erleben. Besonders am Wochenende sind die Pubs und Bars zum Bersten gefüllt.
Abends kam ich per Taxi nach Hause und auch hier habe ich mich wieder mit dem Fahrer über irisches Wetter (was sonst), Deutschland, Pferde und Kilkenny unterhalten. Musste anfänglich ziemlich schmunzeln, weil er genauso wie Stromberg aussah *g*.
Übrigens stand bist gestern Abend in den Sternen, ob wir überhaupt auf das Turnier hier fahren können, da Missy (Susans Pony) krank geworden ist. Die Tierärztin war seit Freitag jeden Tag da, um zu schauen ob es eine ansteckende Pferdekrankheit (weiß den Namen nicht auf Deutsch ^^) ist. Wäre das der Fall gewesen, dann wäre der komplette Stall für die nächsten 3 Monate gesperrt gewesen. Groooße Aufregung also.
Heute morgen haben wir aber den entwarnenden Anruf bekommen und konnten 5.00Uhr frühs Richtung Rosslare aufbrechen.
Montag, 21.06.08
Da bin ich wieder…zurück in Irland =).
Wales war definitiv eine neue Erfahrung, sehr stressig und hektisch, aber auch schön und informativ. Ist schon etwas Besonderes bei so einem großen Springturnier (es waren über 600 Pferde mitsamt Reiter angereist) „hinter den Kulissen“ dabei zu sein und mitzuhelfen. Schon erstaunlich was ich in der kurzen Zeit in der ich hier bin, alles dazugelernt habe – soviel zum Thema „Erfahrung im Umgang mit Pferden“ ><. Angefangen beim richtigen Verladen der Pferde für Transporter und Fähre, über das ganze Equipment (Stollen, Bandagen,…) bis hin zu Sachen wie Fütterung und Pflege (eine meiner häufigsten Arbeiten ist Schweif waschen….).
Angereist sind wir wie gesagt per „Lorry“ (so nennen hier alle die Pferdetransporter). Im Gepäck hatten wir 2 Ponies, ein Pferd, 8 Menschlein, Essen und viel Gepäck. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte 3 Stunden und ging von Rosslare nach Pembroke, Wales. Das Schiff war wie eine Art Riesenhotel auf 4 Etagen. Da gab es von Shops über Bars und Kinderspielbereich alles, was das Herz begehrt. Nach der Fahrt ging es über Swansea, Cardiff und Newport ganz in die Nähe von Chepstow. Der Platz hieß David Broome Event Centre und bestand aus ca. 800 provisorisch aufgebauten Boxen, 5 Springarenen, einer Disco + Restaurant, Reitplätze zum Warmreiten und viel Wiese für die ganzen Transporter.
Mein Tag bestand von jetzt ab also daraus, frühs aufzustehen, Pferde zu füttern & Co, zu schauen wer als erster in welcher Arena springt (wenn es auf Grasboden war, musste ich die Springstollen einsetzen), die Pferde fertig zu machen, dorthin zu bringen und nach dem Springen herumzuführen, damit sie nicht zu „aufgeheizt“ sind. Zwischendrin gab es immer was zu tun, so musste ich z.B. die Pferde für Turniere eintragen und ihre Nummern (jedes Pferd hatte eine Nummer, Rory war 89, Nessa 88 und Blaze 90 ^^) auf Tafeln schreiben zu lassen, welche die Reihenfolge der Teilnehmer angezeigt hat. Da die Kids recht unordentlich sind, bzw. von selber nichts aufräumen, habe ich auch (mehrmals täglich *sfz*) den Lorry aufgeräumt, abgewaschen, etc. Also Arbeit rund um die Uhr! Abends ging es dann in die Disco oder das Restaurant. Geschlafen haben wir übrigens alle zusammen im Lorry, manchmal mehr Leute, manchmal weniger, weil Joe nach einem Tag außerdem ein B&B in Caldicot gebucht hat. Ich habe aber die ganze Zeit im Lorry geschlafen.
Am Mittwoch und Samstag habe ich mir das Fahrrad geschnappt und Caldicot, bzw. Chepstow besucht. Nach Caldicot bin ich einfach auf gut Glück, da es die nächste Stadt in der Nähe war. Dort habe ich auch gleich ein Schild für das Caldicot Castle entdeckt und mir dieses (mitsamt einer schönen Kirche) angeschaut. Chepstow kannte ich ja noch etwas von unserem Bristol-Urlaub letztes Jahr ;). Da dort der Sommerschlussverkauf auf Hochtouren lief, habe ich mir ein bisschen was geleistet (genauso wie auf der Rückfahrt im Shop der Fähre – Guiness-T-Shirts!). Leider hatte ich die Entfernung zwischen dem Center und Chepstow (4 Meilen) ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Unter Zeitdruck braucht man mit einem alten Fahrrad doch etwas länger *g*.
Am Sonntag kam dann der große Schock… (ich mache hier aber auch wirklich alles mit). Bekam gegen Mittag auf einmal eine SMS auf mein irisches Handy, als ich gerade das Pony fürs nächste Springen fertig mache wollte – die Stute hat sich beim Springen verletzt, ich soll schnell kommen und die Stollen raus machen. Als ich ankam, stand sie am Rand und als ich die Stollen raus gemacht habe, war meine Hand danach voller Blut. Na toll… das arme Pferd. Sie ist bei einem Hindernis falsch aufgekommen und konnte danach nicht mehr laufen. Haben gleich den Tierarzt geholt, die Stute in einen Transporter geladen und ein Helfer + ich sind in den nächsten richtigen Stall gefahren und haben sie dort in eine Box untergebracht. Anschließend habe ich dort auf den Tierarzt gewartet und ihm dann beim Röntgen des Beines geholfen. Habe eine dieser schweren Bleiwesten und Bleihandschuhe überbekommen und musste Metallplatten gegen das Bein von Nessa halten, während er mit einem Laser gearbeitet hat. Danach ist er zum Auswerten in die Klinik gefahren, Diagnose: Ellbogen gebrochen. Und ja, Pferde haben Ellbogen ;). Die sind dort, wo das Bein losgeht und das Gelenk sitzt. Das Beim wurde geschient und dick eingepackt, sodass sie es nicht mehr bewegen kann. Da die Verletzung so ernst ist, durfte sie natürlich auch nicht mit der Fähre zurück fahren – generell darf sie sich die nächsten 6 Wochen nicht bewegen und blieb deswegen in Wales zurück und wird später abgeholt – armes Pferdchen =(.
Wir sind Sonntag Abend 21.00Uhr also ohne sie Richtung Irland aufgebrochen. Die Fähre startete 2.45Uhr von Fishguard und angekommen sind wir Montag früh 9.00Uhr. Viel Schlaf hab ich also nicht abbekommen ;).
Bilder von Wales, meinem freien Tag & Co. habe ich im Fotoalbum hochgeladen. Hat ein bisschen den Anschein, dass hier alles aus Kirchen und Gräbern besteht *lach*.
@G.R. au ja, wir geben dann eine Runde Bananensaft fuer alle aus =)! Hoffe dir machts noch Spass und die scheuchen dich nicht zu sehr rum.
Ansonsten vielen lieben Dank fuer die Kommentare (@Carsten, beide Ueberfahrten waren extrem ruhig, keine Spur von Seekrankheit *g*) und ganz liebe Gruesse an alle, vermiss Euch und hoffe, bei euch ist alles ok =)! Und feiert nicht zu viel ohne mich ;).
Hallo ihr Lieben,
viele Grüße aus Wales! Ich komme ganz schön rum, was ;)?
Aber fangen wir lieber mit einer Art „Rückblick“ seit dem letzten Eintrag an. An meinem freien Tag habe ich noch einmal Kilkenny besucht und mir u.a. St. Carnices Cathedral (wunderschön!), die Black Abbey und das Schloss von innen angeschaut. Extra für die Touristenströme gibt es alle halbe Stunde eine geführte Tour durch die wichtigsten Räume des Schlosses. Die Räume im Schloss spiegeln die unterschiedlichsten Epochen seit Erbauung (1320 rum) dar. Abends habe ich mich dann mit Eduard aus Tschechien getroffen, er arbeitet in der gleichen Straße wie ich (Problem ist nur, dass die Straße gefühlte 5km lang ist - und ich am Anfang, und er fast am Ende wohnt). Nebenbei habe ich auch seinen Gastvater und die Oma (94 Jahre alt!) getroffen. Die beiden sind gälisch aufgewachsen und sehr interessiert im Erhalt dieser Sprache. Außerdem habe wir einen ziemlich eigenartigen Saft aus der sogenannten „elder flower“ (weiße Blüten!) getrunken – wer weiß, welche Droge das war… ;).
Am Samstag habe ich überraschenderweise den Nachmittag mehr oder weniger frei bekommen, da ich Killian und seinen Freund ins Kino zu Kungfu Panda begleitet habe. Danach habe ich mich gleich mit Karin, einem Mädchen aus Schweden, getroffen, da ich ja sowieso unterwegs in der Stadt war. Sie arbeitet auch in Kilkenny und ist 18 Jahre alt. Leider will sie ihre Farm demnächst wechseln, da sie dort zu wenig zu tun hat und etwas gelangweilt ist. Also das komplette Gegenteil von mir…
Erst waren wir bei Subway essen und haben uns nebenbei echt lustig mit dem Brötchen-Beleger unterhalten. Er kam aus Carlow und hat uns gleich erzählt, wo man hier in der Umgebung gut ausgehen kann, etc. . Die Leute in Irland quatschen im Gegensatz zu den meisten Deutschen einfach drauf los, ist echt lustig.
Nachdem wir dann in einem Pub Smithwick’s (Kilkenny Bier!) getrunken haben, sind wir in die Nähe der Bibliothek in einen Park gegangen. War echt schön, auszugehen und Kilkenny bei Nacht zu erleben. Besonders am Wochenende sind die Pubs und Bars zum Bersten gefüllt.
Abends kam ich per Taxi nach Hause und auch hier habe ich mich wieder mit dem Fahrer über irisches Wetter (was sonst), Deutschland, Pferde und Kilkenny unterhalten. Musste anfänglich ziemlich schmunzeln, weil er genauso wie Stromberg aussah *g*.
Übrigens stand bist gestern Abend in den Sternen, ob wir überhaupt auf das Turnier hier fahren können, da Missy (Susans Pony) krank geworden ist. Die Tierärztin war seit Freitag jeden Tag da, um zu schauen ob es eine ansteckende Pferdekrankheit (weiß den Namen nicht auf Deutsch ^^) ist. Wäre das der Fall gewesen, dann wäre der komplette Stall für die nächsten 3 Monate gesperrt gewesen. Groooße Aufregung also.
Heute morgen haben wir aber den entwarnenden Anruf bekommen und konnten 5.00Uhr frühs Richtung Rosslare aufbrechen.
Montag, 21.06.08
Da bin ich wieder…zurück in Irland =).
Wales war definitiv eine neue Erfahrung, sehr stressig und hektisch, aber auch schön und informativ. Ist schon etwas Besonderes bei so einem großen Springturnier (es waren über 600 Pferde mitsamt Reiter angereist) „hinter den Kulissen“ dabei zu sein und mitzuhelfen. Schon erstaunlich was ich in der kurzen Zeit in der ich hier bin, alles dazugelernt habe – soviel zum Thema „Erfahrung im Umgang mit Pferden“ ><. Angefangen beim richtigen Verladen der Pferde für Transporter und Fähre, über das ganze Equipment (Stollen, Bandagen,…) bis hin zu Sachen wie Fütterung und Pflege (eine meiner häufigsten Arbeiten ist Schweif waschen….).
Angereist sind wir wie gesagt per „Lorry“ (so nennen hier alle die Pferdetransporter). Im Gepäck hatten wir 2 Ponies, ein Pferd, 8 Menschlein, Essen und viel Gepäck. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte 3 Stunden und ging von Rosslare nach Pembroke, Wales. Das Schiff war wie eine Art Riesenhotel auf 4 Etagen. Da gab es von Shops über Bars und Kinderspielbereich alles, was das Herz begehrt. Nach der Fahrt ging es über Swansea, Cardiff und Newport ganz in die Nähe von Chepstow. Der Platz hieß David Broome Event Centre und bestand aus ca. 800 provisorisch aufgebauten Boxen, 5 Springarenen, einer Disco + Restaurant, Reitplätze zum Warmreiten und viel Wiese für die ganzen Transporter.
Mein Tag bestand von jetzt ab also daraus, frühs aufzustehen, Pferde zu füttern & Co, zu schauen wer als erster in welcher Arena springt (wenn es auf Grasboden war, musste ich die Springstollen einsetzen), die Pferde fertig zu machen, dorthin zu bringen und nach dem Springen herumzuführen, damit sie nicht zu „aufgeheizt“ sind. Zwischendrin gab es immer was zu tun, so musste ich z.B. die Pferde für Turniere eintragen und ihre Nummern (jedes Pferd hatte eine Nummer, Rory war 89, Nessa 88 und Blaze 90 ^^) auf Tafeln schreiben zu lassen, welche die Reihenfolge der Teilnehmer angezeigt hat. Da die Kids recht unordentlich sind, bzw. von selber nichts aufräumen, habe ich auch (mehrmals täglich *sfz*) den Lorry aufgeräumt, abgewaschen, etc. Also Arbeit rund um die Uhr! Abends ging es dann in die Disco oder das Restaurant. Geschlafen haben wir übrigens alle zusammen im Lorry, manchmal mehr Leute, manchmal weniger, weil Joe nach einem Tag außerdem ein B&B in Caldicot gebucht hat. Ich habe aber die ganze Zeit im Lorry geschlafen.
Am Mittwoch und Samstag habe ich mir das Fahrrad geschnappt und Caldicot, bzw. Chepstow besucht. Nach Caldicot bin ich einfach auf gut Glück, da es die nächste Stadt in der Nähe war. Dort habe ich auch gleich ein Schild für das Caldicot Castle entdeckt und mir dieses (mitsamt einer schönen Kirche) angeschaut. Chepstow kannte ich ja noch etwas von unserem Bristol-Urlaub letztes Jahr ;). Da dort der Sommerschlussverkauf auf Hochtouren lief, habe ich mir ein bisschen was geleistet (genauso wie auf der Rückfahrt im Shop der Fähre – Guiness-T-Shirts!). Leider hatte ich die Entfernung zwischen dem Center und Chepstow (4 Meilen) ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Unter Zeitdruck braucht man mit einem alten Fahrrad doch etwas länger *g*.
Am Sonntag kam dann der große Schock… (ich mache hier aber auch wirklich alles mit). Bekam gegen Mittag auf einmal eine SMS auf mein irisches Handy, als ich gerade das Pony fürs nächste Springen fertig mache wollte – die Stute hat sich beim Springen verletzt, ich soll schnell kommen und die Stollen raus machen. Als ich ankam, stand sie am Rand und als ich die Stollen raus gemacht habe, war meine Hand danach voller Blut. Na toll… das arme Pferd. Sie ist bei einem Hindernis falsch aufgekommen und konnte danach nicht mehr laufen. Haben gleich den Tierarzt geholt, die Stute in einen Transporter geladen und ein Helfer + ich sind in den nächsten richtigen Stall gefahren und haben sie dort in eine Box untergebracht. Anschließend habe ich dort auf den Tierarzt gewartet und ihm dann beim Röntgen des Beines geholfen. Habe eine dieser schweren Bleiwesten und Bleihandschuhe überbekommen und musste Metallplatten gegen das Bein von Nessa halten, während er mit einem Laser gearbeitet hat. Danach ist er zum Auswerten in die Klinik gefahren, Diagnose: Ellbogen gebrochen. Und ja, Pferde haben Ellbogen ;). Die sind dort, wo das Bein losgeht und das Gelenk sitzt. Das Beim wurde geschient und dick eingepackt, sodass sie es nicht mehr bewegen kann. Da die Verletzung so ernst ist, durfte sie natürlich auch nicht mit der Fähre zurück fahren – generell darf sie sich die nächsten 6 Wochen nicht bewegen und blieb deswegen in Wales zurück und wird später abgeholt – armes Pferdchen =(.
Wir sind Sonntag Abend 21.00Uhr also ohne sie Richtung Irland aufgebrochen. Die Fähre startete 2.45Uhr von Fishguard und angekommen sind wir Montag früh 9.00Uhr. Viel Schlaf hab ich also nicht abbekommen ;).
Bilder von Wales, meinem freien Tag & Co. habe ich im Fotoalbum hochgeladen. Hat ein bisschen den Anschein, dass hier alles aus Kirchen und Gräbern besteht *lach*.
@G.R. au ja, wir geben dann eine Runde Bananensaft fuer alle aus =)! Hoffe dir machts noch Spass und die scheuchen dich nicht zu sehr rum.
Ansonsten vielen lieben Dank fuer die Kommentare (@Carsten, beide Ueberfahrten waren extrem ruhig, keine Spur von Seekrankheit *g*) und ganz liebe Gruesse an alle, vermiss Euch und hoffe, bei euch ist alles ok =)! Und feiert nicht zu viel ohne mich ;).
10.07.08
My day off
Donnerstag, 10.07.08
Mein erster freier Tag! Juchuuu – Zeit um eine Tour durch das Schloss zu machen und mir die restlichen Sehenswürdigkeiten von Kilkenny anzuschauen. Außerdem Zeit, um ein paar Leute zu treffen. Aber dazu später mehr ^^.
Vielen lieben Dank fuer die Kommentare in meinem Blog, freue mich immer total wenn ich etwas von Euch hoere =)! Bilder von mir und den Pferdchen folgen sobald wie moeglich.
Am Sonntag war ich das erste mal mit auf einem Springturnier. Normalerweise sollte ich im Stall bleiben, aber kurzerhand bin ich dann doch mit. Das hat mir einen ziemlich langen (6.00Uhr aufgestanden, 21.30Uhr wieder zu Hause) Tag beschert. Wir haben 3 Ponies und ein Pferd in den großen Anhänger – eigentlich eine Art Wohnmobil mit 6 Ständern für die Pferde – gepackt und sind zu 4. (Sharon, Susan, Jonathan, ich) losgedüst. Das Turnier fand in Barnadown, Co. Wexford (oder doch Carlow???) statt. Ich musste dort die Pferde fertig machen, eines waschen, Sachen hin und her tragen, aufräumen,… sowas ist echt stressig! Gegen Ende des Turniers hat dann auch noch ein regelrechter Platzregen eingesetzt. Wir haben uns dann in den Truck verkrochen, Kekse gemümmelt und erzählt. „Wir“ waren in dem Fall meine „Gastbrüder“, zwei Freunde von ihnen und eine Nanny. Der eine Junge war vielleicht 4 Jahre alt und hat nur in „fuck“ und sonstigem Vokabular geredet, echt unglaublich! Die Jungen wollten dann wissen, was das ganze ins Deutsche übersetzt heißt – aber wie übersetzt man bitte „motherfucker“?
Ansonsten hatte ich eine relativ normale – d.h. sehr anstrengende – Arbeitswoche. Am Montag habe ich noch Tore, den Mann für alles auf dem Anwesen, kennengelernt. Er kommt aus Mali und war die ganze Zeit gutgelaunt und sehr nett. Leider arbeitet er immer nur montags hier.
Gestern Abend hatte ich dann zum ersten mal die Gelegenheit zu einem waschechten Guiness samt gemütlicher Pub-Atmosphäre! Anna, zwei weitere Mädels und ich sind nämlich nach Clonmel zu einem Konzert gefahren. Ich habe vorher extra schnell gearbeitet, damit wir 18.00Uhr per Taxi zu Anna nach Hause fahren konnten. Dort gabs dann Abendbrot und kurz drauf traf ihre Freundin Anja aus Tschechien, mitsamt deren neuen Mitbewohnerin Helena aus South Carolina/USA ein. So haben sich dann also 4 Nationen (und keine davon irisch in Irland *g*) in Anjas Auto versammelt um einen schönen Abend zu verbringen. Helena ist 19 Jahre jung und auch erst seit einer Woche in Irland. Mit ihr habe ich mich super verstanden und da sie in der Butler Gallery im Schloss arbeitet, wollte ich sie heute gleich mal dort besuchen.
In Clonmel angekommen ging es erstmal zu einer Art fast food Restaurant namens Abrakedabra – und dort gabs leckere Chips (Pommer frites) mit Knoblauch und Käse. Klingt komisch, sieht auch komisch aus, hat aber echt lecker geschmeckt! (Fotos davon sind im Fotoalbum). Das Konzert fand in einem etwas größeren Pub statt. Gespielt hat Cathy Davey, eine irische Singer&Songwriterin, den Musikstil würde ich am ehesten als Alternative bezeichnen. Hat mir dort echt gut gefallen =)!
Ca. 1.00Uhr waren wir dann wieder in Kilkenny und ich hatte heute endlich mal die Gelegenheit auszuschlafen!
Jetzt geht’s in die Stadt!
Liebe Grüße, Jo
PS: wusstet ihr, dass die Amerikaner denken, alle Deutschen lieben David Hasselhof? Helena fragte mich das zumindest ganz besorgt, weil das bei ihnen so eine Art Klischee ist *ggg*.
PPS: Achja… ich bin von nächster Woche Dienstag bis Samstag oder Sonntag in England/Wales! Und zwar fährt meine komplette Gastfamilie per Fähre auf ein größeres Turnier dort drüben und ich soll sie begleiten! Bin total aufgeregt diesbezüglich…
Mein erster freier Tag! Juchuuu – Zeit um eine Tour durch das Schloss zu machen und mir die restlichen Sehenswürdigkeiten von Kilkenny anzuschauen. Außerdem Zeit, um ein paar Leute zu treffen. Aber dazu später mehr ^^.
Vielen lieben Dank fuer die Kommentare in meinem Blog, freue mich immer total wenn ich etwas von Euch hoere =)! Bilder von mir und den Pferdchen folgen sobald wie moeglich.
Am Sonntag war ich das erste mal mit auf einem Springturnier. Normalerweise sollte ich im Stall bleiben, aber kurzerhand bin ich dann doch mit. Das hat mir einen ziemlich langen (6.00Uhr aufgestanden, 21.30Uhr wieder zu Hause) Tag beschert. Wir haben 3 Ponies und ein Pferd in den großen Anhänger – eigentlich eine Art Wohnmobil mit 6 Ständern für die Pferde – gepackt und sind zu 4. (Sharon, Susan, Jonathan, ich) losgedüst. Das Turnier fand in Barnadown, Co. Wexford (oder doch Carlow???) statt. Ich musste dort die Pferde fertig machen, eines waschen, Sachen hin und her tragen, aufräumen,… sowas ist echt stressig! Gegen Ende des Turniers hat dann auch noch ein regelrechter Platzregen eingesetzt. Wir haben uns dann in den Truck verkrochen, Kekse gemümmelt und erzählt. „Wir“ waren in dem Fall meine „Gastbrüder“, zwei Freunde von ihnen und eine Nanny. Der eine Junge war vielleicht 4 Jahre alt und hat nur in „fuck“ und sonstigem Vokabular geredet, echt unglaublich! Die Jungen wollten dann wissen, was das ganze ins Deutsche übersetzt heißt – aber wie übersetzt man bitte „motherfucker“?
Ansonsten hatte ich eine relativ normale – d.h. sehr anstrengende – Arbeitswoche. Am Montag habe ich noch Tore, den Mann für alles auf dem Anwesen, kennengelernt. Er kommt aus Mali und war die ganze Zeit gutgelaunt und sehr nett. Leider arbeitet er immer nur montags hier.
Gestern Abend hatte ich dann zum ersten mal die Gelegenheit zu einem waschechten Guiness samt gemütlicher Pub-Atmosphäre! Anna, zwei weitere Mädels und ich sind nämlich nach Clonmel zu einem Konzert gefahren. Ich habe vorher extra schnell gearbeitet, damit wir 18.00Uhr per Taxi zu Anna nach Hause fahren konnten. Dort gabs dann Abendbrot und kurz drauf traf ihre Freundin Anja aus Tschechien, mitsamt deren neuen Mitbewohnerin Helena aus South Carolina/USA ein. So haben sich dann also 4 Nationen (und keine davon irisch in Irland *g*) in Anjas Auto versammelt um einen schönen Abend zu verbringen. Helena ist 19 Jahre jung und auch erst seit einer Woche in Irland. Mit ihr habe ich mich super verstanden und da sie in der Butler Gallery im Schloss arbeitet, wollte ich sie heute gleich mal dort besuchen.
In Clonmel angekommen ging es erstmal zu einer Art fast food Restaurant namens Abrakedabra – und dort gabs leckere Chips (Pommer frites) mit Knoblauch und Käse. Klingt komisch, sieht auch komisch aus, hat aber echt lecker geschmeckt! (Fotos davon sind im Fotoalbum). Das Konzert fand in einem etwas größeren Pub statt. Gespielt hat Cathy Davey, eine irische Singer&Songwriterin, den Musikstil würde ich am ehesten als Alternative bezeichnen. Hat mir dort echt gut gefallen =)!
Ca. 1.00Uhr waren wir dann wieder in Kilkenny und ich hatte heute endlich mal die Gelegenheit auszuschlafen!
Jetzt geht’s in die Stadt!
Liebe Grüße, Jo
PS: wusstet ihr, dass die Amerikaner denken, alle Deutschen lieben David Hasselhof? Helena fragte mich das zumindest ganz besorgt, weil das bei ihnen so eine Art Klischee ist *ggg*.
PPS: Achja… ich bin von nächster Woche Dienstag bis Samstag oder Sonntag in England/Wales! Und zwar fährt meine komplette Gastfamilie per Fähre auf ein größeres Turnier dort drüben und ich soll sie begleiten! Bin total aufgeregt diesbezüglich…
08.07.08
Bilder =)
Huhu,
ich habe es endlich geschafft einige Bilder hochzuladen (ein Hoch auf die Kilkenny library!)
http://picasaweb.google.com/einJo9/JoAufGrosserTour
Bueddeschoen!
ich habe es endlich geschafft einige Bilder hochzuladen (ein Hoch auf die Kilkenny library!)
http://picasaweb.google.com/einJo9/JoAufGrosserTour
Bueddeschoen!
05.07.08
I thought… Oh my god, I’m in Ireland – then I came to Kilkenny and I thought – OH MY GOD- wtf???!
Montag, 30.06.08 (Tag 1 xD)
Halli hallo,
mein erstes Lebenszeichen via Internet, seitdem ich auf der Grünen Insel gelandet bin =).
Nach zwei Stunden Flug von Berlin Schönefeld nach Dublin kam ich wohlbehalten in Irland an und von oben sieht’s wirklich aus wie in den ganzen Reiseführern – viel Gras, grüne Wiesen und eine atemberaubende Steilküste ^^. Nach der Landung ging es gleich zur Gepäckabholung und dann Richtung Ausgang, um meinen Bus, welcher mich nach Kilkenny bringen sollte, zu finden. Nach zweimaligen rumfragen, hab ich ihn auch gefunden und da noch etwas Zeit war, ging’s erstmal zum einkaufen in den nahegelegenen Spar *g* und noch mal ins Flughafengebäude. Dort traf ich zufällig auf eine Belgierin, die fließend deutsch sprach und gerade ihre Heimreise nach 10-monatigem Aufenthalt in Co. Kilkenny angetreten hat. Sie hatte das „Pech“ ziemlich abgelegen in einem Haus zu wohnen und dort weder eine Busverbindung hatte, geschweige denn Handy- oder Internetempfang.
1.30pm fuhr ich dann ausgestattet mit neuen irischen Anekdoten Richtung Gastfamilie ^^. Da der Bus einmal quer durch Dublin fahren musste, hatte ich so auch schon mal die Gelegenheit zumindest das Custom House und Temple Bar im Vorbeifahren zu bewundern =). Auch sonst war die Landschaft auf der weiteren Fahrt wie erwartet: viele grüne Felder, kleine Straßen und Dörfchen und einige Kirchen + alte Friedhöfe. Doch es ab erstaunlich viel Wald/Bäume und anscheinend mehr Pferde als Schafe!
Etwas verspätet (ca. 3 Stunden Fahrt) kam ich dann in meinem neuen Zuhause für die nächsten 3 Monate an: Kilkenny! Der Ort war extrem bevölkert mit Touristen v.a. Bagpackern und Autos. Viel gesehen habe ich bei der kurzen Durchfahrt aber noch nicht, nur von weitem das Schloss und einige nette Gässchen mit Shops. Nach kurzem Warten (Anruf von Sharon: I’ll be there in 5 Minutes = so in etwa… 15 Minuten) habe ich meine Gastma kennengelernt. Sie ist sehr cool und locker drauf (z.B. erzählte sie mir auf der Hinfahrt, dass sie eine Au-Pair da hatte, damit sie ihre Kinder los ist, da sie ihre Ruhe vor ihnen haben will) – aber steht auch ständig unter Strom. Nachdem wir noch kurz ein Fahrrad für ihre Tochter (Susan, 9 Jahre) gekauft haben, fuhren wir auf ihr Anwesen. Dort hat es mir dann wirklich die Sprache verschlagen… hier gibt es 3 Häuser (2 kleinere, weiß noch nicht was da drin ist), ein ganz kleines Futterhäuschen, eine Garage, einen Stall, einen kleinen Stall mit 4 Boxen, einen Reitplatz, Koppeln und das Wohnhaus. Letzteres besteht aus geschätzten 1000m² Wohnfläche, 3 Etagen und z.B. zwei Fernsehzimmern, einem Playstationzimmer,… ist echt verrückt!
Ich habe mein eigenes Zimmer mit begehbarem Kleiderschrank und Bad bekommen.
Ich habe schon einige Impressionen vom Inneren des Hauses gemacht – daran werde ich mich so schnell sicher nicht gewöhnen! Bilder kommen online, sobald ich etwas mehr Zeit habe.
Dann habe ich die Kinder von Sharon und Joe kennengelernt. Im Moment kann ich sie noch schlecht einschätzen, aber meistens fahren sie auf dem Quat (schreibt man das so?) auf dem Anwesen rum oder schauen fern. So habe ich z.B. gestern mit ihnen evan almighty, ein bisschen mit ihnen geredet und draußen mit Killian, dem jüngsten Sohn, und seinem Freund gespielt.
Abends habe ich dann auch Joe, den Vater, kennengelernt. Er ist Anwalt und geht immer früh und kommt spät abends erst wieder. Er ist aber sehr nett, hat mich vieles gefragt und selber erzählt.
Gearbeitet habe noch nicht wirklich etwas, habe nur die Pferde gesehen und gefüttert. Neben den 17 Pferden gibt’s hier außerdem 4 Hunde (davon 2 Welpen), eine Katze, zwei Hamster, einen Wellensittich und ein Kaninchen – also einen richtigen Zoo! Ansonsten arbeitet hier übrigens ab und zu ein Gärtner (den hab ich noch nicht gesehen), tagsüber eine Haushälterin (Anna) und für die nächsten zwei Tage Deirdra, ein Mädchen hier ganz aus der Nähe – so ein Anwesen will ja gepflegt werden ;).
Abends bin ich dann ziemlich ko ins Bett gefallen und durfte am nächsten Tag bis 8.00Uhr schlafen (normalerweise fange ich um die Zeit an).
Also dann… Hi Ireland!
Dienstag, 01.07.
Mein erster richtiger Arbeitstag! Und es ist mindestens so anstrengend wie erwartet…
Ich wachte frühs auf, schaute aus meinem Fenster und was gabs zu sehen? Sturm und Regen – juchu! Gestern war noch so schönes Wetter gewesen…
Nachdem ich alleine Frühstück gegessen + die nasse Katze reingelassen habe (das komplette Haus hat noch geschlafen *g*) kam irgendwann auch Joe runter und Anna ins Haus. Danach ging in den Stall, wo ich den Großteil meines Tages verbracht habe. Deirdra hilft im Moment auch mit aus und hat mir alles gezeigt. Erst wurden die Pferde gefüttert (und alle bekommen anderes, ganz spezielles Essen), dann wurde ausgemistet. Das hat den Großteil des Vormittages gebraucht…und ist echt eine Knochenarbeit. Erst wird mit der Mistgabel alles rausgemacht, dann gekehrt, dann neu eingestreut – und bei den großen Boxen dauert das. So hatte ich aber die Gelegenheit mit ihr etwas zu plaudern. Sie ist 18 Jahre alt und hat auch gerade ihre Schule abgeschlossen. Leider arbeitet sie nur noch für 2 Tage hier, sie wohnt aber ca. 800m Luftlinie entfernt.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter. Wir sind mit den zwei Turnierpferden ausgeritten. Die beiden sind in etwa so groß wie die Pferde, die ich in Deutschland geritten bin (also ziemlich riesig *g*), aber extrem „sportlich“ *g*. Da Nessa (ich muss mir unbedingt die ganzen Namen merken) im Moment Probleme mit ihrem Bein hat, sind wir nicht weit weg und auch nur im Schritt und Trab geblieben. Achja: das Pferd was ich geritten bin, hieß Blair *g*. Danach ging es gleich noch mal raus – und zwar mit einem Pony „Missy“ (das durfte ich reiten xD! War so ungewohnt, auf einmal wieder so nah am Boden zu sein) und einem mittelgroßen Schimmel (verflixt, wie hieß er doch gleich…). Diesmal sind wir etwas weiter geritten. Der Weg geht von Kilkenny weg, an einem sehr schönem alten Friedhof und vielen Anwesen (wahrscheinlich die reichere Gegend von Kilkenny ;)) vorbei. Danach ging’s gleich weiter, schließlich haben sie einige Pferde ;). Wir haben die 3 Jährige Coco longiert, weil sie gerade eingeritten wird und etwas Training braucht. Wir haben sie dann auch mit Doppellonge geführt (das Pferd läuft vorneweg und man selber mit zwei Longen links und rechts genau hinter dem Pferd ^^), bzw. sie hat mir gezeigt wie es geht und ich habe es dann auch gemacht. Als Coco fertig und im Stall war gings mit dem Pony „Pipi“ (ja… lustiger Name, aber in Irland kennen sie die Bedeutung nicht ^^) weiter. Diesmal habe ich sie alleine longiert und es hat auch alles super geklappt =).
Danach wurde wieder saubergemacht, gefüttert und Sonstiges erledigt.
Darf mir noch gar nicht vorstellen, dass ich all das jetzt jeden Tag machen muss… ich kann mich morgen früh vor lauter Muskelkater bestimmt kaum noch bewegen ><. WLAN gibt’s hier übrigens nicht, aber ich kann ab und zu an einen der Familiencomputer gehen. Wenn der funktioniert… schauen wir mal ^^. Byebye und schöne Grüße nach Deutschland =)!
Samstag, 05.07.08,
Huhu,
ich hoffe Euch da drüben geht’s prima und alles läuft so, wie ihr euch das vorstellt (ich denke da z.B. an Zivi, Bund oder Ferienjobs ;) ). Hoffentlich ist das Wetter bei Euch auch besser als bei uns! Hier regnet es seit Dienstag! Ich weiß im Moment gar nicht, was ich machen soll, da ich jetzt normalerweise die Pferde reite… wenn hier nicht alles unter Wasser stände. In solchen Augenblicken wünscht man sich doch sehnlichst eine Reithalle.
Meine Arbeitstage laufen eigentlich alle mehr oder weniger gleich ab, je nachdem was so anliegt. Ich stehe meistens 7.00Uhr auf, esse Frühstück und gehe in den Stall. Dann geht’s los mit Pferde füttern, Heu geben, ausmisten, Hunde rauslassen und den Hasen füttern. Wenn Pferde über Nacht auf der Koppel waren (so wie seit einigen Tagen die Stuten + Fohlen), dann muss ich auch dort hin und sie füttern + Wasser geben. Danach mache ich meistens den ganzen Stall sauber, räume alles weg, kehre und meistens ist es dann schon ca. 12.30-13.00Uhr und die Pferdies bekommen ihr Mittag in Form von Heu. In der Zeit gehe ich dann hoch und esse mein Mittag, welches Anna gemacht hat. Viele haben mich vor meiner Reise gewarnt und gesagt, dass das irische Essen sehr gewöhnungsbedürftig und nicht sonderlich gut sein soll, aber Anna’s Essen ist echt super (ob es daran liegt, dass sie ursprünglich aus Dänemark kommt…?!).
Ich glaub ich bin hier nur am Essen… jedenfalls hab ich manchmal das Gefühl, gerade mache ich z.B. mit Susan und Kathy (einer Freundin) Brownies.
Nach meiner Mittagspause geht’s dann wieder runter in den Stall. Meistens habe ich 6-7 Pferde, die ich bewegen muss, je nachdem ob Susan oder Jonathan reiten oder nicht (was sie bis jetzt nur 2x getan haben). Meistens longiere ich dann die zwei Ponies Pipi + Blaze und außerdem die junge Coco. Danach reite ich Nessa, Rory, Blair und Missy. Eigentlich ist der Tag danach „schon“ so gut wie rum. Zwischendrin erledige ich Aufgaben wie das Zaumzeug saubermachen + einfetten, Pferde waschen, Schweif einflechten, putzen, Futter holen, … . Heute musste ich z.B. Stollen in die Hufeisen machen. Die werden gebraucht, wenn die Pferde auf Springturniere mit Grasboden gehen. Am/Im Hufeisen oben links und rechts gibt es zwei „Löcher“, wenn man die ordentlich reinigt (ohne den Draht darin kaputt zu machen) kann man eine Art Schrauben reindrehen, sodass die Pferde dann besseren Halt auf dem Boden haben.
Damit ich nichts vergesse hat Sharon eine Liste mit den ganzen Aufgaben gemacht (siehe Foto ^^). Fertig bin ich meistens 20.00Uhr, je nachdem, wie viel zu tun war. Ihr seht also… plenty of work to do ;)! Joe versucht mich die ganze Zeit dazu zu bringen, weniger zu arbeiten. Er kam heute zweimal in den Stall und fragte die ganze Zeit besorgt nach, ob auch alles ok ist und most important: „Take it easy!“
Vor einigen Tagen habe ich Post von Equipeople (der Organisation aus Irland) bekommen und u.a. haben sie eine Mitreisendenliste beigelegt. Im Moment sind echt viele Leute als Farmarbeiter unterwegs in Irland, auch ein paar in meiner Region. Ich habe Mittwoch schon einmal mit einem Mädchen aus Schweden (inklusive ihrem irischen Gastvater *g*) telefoniert. Sie arbeitet auch in Kilkenny und wir wollen uns nächste Woche, wenn ich meinen freien Tag (Mittwoch oder Donnerstag) habe, mal treffen. Nachher wollte ich noch einen Jungen aus Deutschland anrufen, er arbeitet im Moment auch in der Stadt, ebenso wie einer aus Frankreich.
Mittwoch war ich auch in Kilkenny und hatte die Chance, mir die Stadt anzuschauen. Sharon hat mich mitgenommen und nach ca. 4 Stunden wieder abgeholt. So konnte ich das wunderschöne Castle und einige Kirchen besichtigen, außerdem haben sie hier eine Menge Shops und sonstige Einkaufsmöglichkeiten. Besonders toll finde ich, dass sie hier echt viele Buchläden haben, auch second hand books (wie z.B. Oxfam, ich liebe den Laden!). Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe einige Bücher mitgenommen ^^…
Außerdem hatte ich kurz die Chance (illegalerweise) ins Internet zu gehen, da ich mich an den Computer der public library geschlichen habe ;) – normalerweise kostet das 3€/30Min!
„Bestraft“ wurde ich mit einem heftigen Regenguss, als ich wieder zurück zum Treffpunkt gehen wollte. Meine Regenjacke leistet mir hier wirklich gute Dienste!
Gestern (Freitag) Abend war Joe’s Mutter Reenie zu Besuch und da Sharon und die Kids ausgeflogen – im Wahrsten Sinne des Wortes, da sie in England waren – waren, hatten wir den ganzen Abend „für uns“. Ich habe mich echt lange und nett mit ihr unterhalten, da kamen dann nach Themen wie Wetter (eindeutig das Lieblingsthema der Iren) und Essen, Sachen wie die Wahlen in Amerika, der Irak Krieg, Religion, das deutsche Schulsystem und Reisen zur Sprache =)..
Mit meiner Ma, „meinem“ Phil und meiner Oma habe ich ja schon per Telefon geredet, aber wenn sonst jemand mich anrufen will, dann freu ich mich natürlich sehr! Ich habe ein Telefon in meinem Zimmer und kann das auch benutzen. Im Moment weiß ich aber die Durchwahlnummer noch nicht, sodass Anrufe in der Küche ankommen. Muss heute Abend mal mit Sharon darüber reden, jaja… die Technik ^^. Es scheint Vorwahlen wie 01027 zu geben, sodass Anrufe nur 0,15€/Min kosten. Also am Besten sowas vorher benutzen =). Erreichbar bin ich meistens so ab 9.30p.m., also 22.30Uhr bei euch (Zeitverschieeeeeebung).
Die „Küchennummer“ ist übrigens 00353/567720644.
Liebe Grüße, Jo
Halli hallo,
mein erstes Lebenszeichen via Internet, seitdem ich auf der Grünen Insel gelandet bin =).
Nach zwei Stunden Flug von Berlin Schönefeld nach Dublin kam ich wohlbehalten in Irland an und von oben sieht’s wirklich aus wie in den ganzen Reiseführern – viel Gras, grüne Wiesen und eine atemberaubende Steilküste ^^. Nach der Landung ging es gleich zur Gepäckabholung und dann Richtung Ausgang, um meinen Bus, welcher mich nach Kilkenny bringen sollte, zu finden. Nach zweimaligen rumfragen, hab ich ihn auch gefunden und da noch etwas Zeit war, ging’s erstmal zum einkaufen in den nahegelegenen Spar *g* und noch mal ins Flughafengebäude. Dort traf ich zufällig auf eine Belgierin, die fließend deutsch sprach und gerade ihre Heimreise nach 10-monatigem Aufenthalt in Co. Kilkenny angetreten hat. Sie hatte das „Pech“ ziemlich abgelegen in einem Haus zu wohnen und dort weder eine Busverbindung hatte, geschweige denn Handy- oder Internetempfang.
1.30pm fuhr ich dann ausgestattet mit neuen irischen Anekdoten Richtung Gastfamilie ^^. Da der Bus einmal quer durch Dublin fahren musste, hatte ich so auch schon mal die Gelegenheit zumindest das Custom House und Temple Bar im Vorbeifahren zu bewundern =). Auch sonst war die Landschaft auf der weiteren Fahrt wie erwartet: viele grüne Felder, kleine Straßen und Dörfchen und einige Kirchen + alte Friedhöfe. Doch es ab erstaunlich viel Wald/Bäume und anscheinend mehr Pferde als Schafe!
Etwas verspätet (ca. 3 Stunden Fahrt) kam ich dann in meinem neuen Zuhause für die nächsten 3 Monate an: Kilkenny! Der Ort war extrem bevölkert mit Touristen v.a. Bagpackern und Autos. Viel gesehen habe ich bei der kurzen Durchfahrt aber noch nicht, nur von weitem das Schloss und einige nette Gässchen mit Shops. Nach kurzem Warten (Anruf von Sharon: I’ll be there in 5 Minutes = so in etwa… 15 Minuten) habe ich meine Gastma kennengelernt. Sie ist sehr cool und locker drauf (z.B. erzählte sie mir auf der Hinfahrt, dass sie eine Au-Pair da hatte, damit sie ihre Kinder los ist, da sie ihre Ruhe vor ihnen haben will) – aber steht auch ständig unter Strom. Nachdem wir noch kurz ein Fahrrad für ihre Tochter (Susan, 9 Jahre) gekauft haben, fuhren wir auf ihr Anwesen. Dort hat es mir dann wirklich die Sprache verschlagen… hier gibt es 3 Häuser (2 kleinere, weiß noch nicht was da drin ist), ein ganz kleines Futterhäuschen, eine Garage, einen Stall, einen kleinen Stall mit 4 Boxen, einen Reitplatz, Koppeln und das Wohnhaus. Letzteres besteht aus geschätzten 1000m² Wohnfläche, 3 Etagen und z.B. zwei Fernsehzimmern, einem Playstationzimmer,… ist echt verrückt!
Ich habe mein eigenes Zimmer mit begehbarem Kleiderschrank und Bad bekommen.
Ich habe schon einige Impressionen vom Inneren des Hauses gemacht – daran werde ich mich so schnell sicher nicht gewöhnen! Bilder kommen online, sobald ich etwas mehr Zeit habe.
Dann habe ich die Kinder von Sharon und Joe kennengelernt. Im Moment kann ich sie noch schlecht einschätzen, aber meistens fahren sie auf dem Quat (schreibt man das so?) auf dem Anwesen rum oder schauen fern. So habe ich z.B. gestern mit ihnen evan almighty, ein bisschen mit ihnen geredet und draußen mit Killian, dem jüngsten Sohn, und seinem Freund gespielt.
Abends habe ich dann auch Joe, den Vater, kennengelernt. Er ist Anwalt und geht immer früh und kommt spät abends erst wieder. Er ist aber sehr nett, hat mich vieles gefragt und selber erzählt.
Gearbeitet habe noch nicht wirklich etwas, habe nur die Pferde gesehen und gefüttert. Neben den 17 Pferden gibt’s hier außerdem 4 Hunde (davon 2 Welpen), eine Katze, zwei Hamster, einen Wellensittich und ein Kaninchen – also einen richtigen Zoo! Ansonsten arbeitet hier übrigens ab und zu ein Gärtner (den hab ich noch nicht gesehen), tagsüber eine Haushälterin (Anna) und für die nächsten zwei Tage Deirdra, ein Mädchen hier ganz aus der Nähe – so ein Anwesen will ja gepflegt werden ;).
Abends bin ich dann ziemlich ko ins Bett gefallen und durfte am nächsten Tag bis 8.00Uhr schlafen (normalerweise fange ich um die Zeit an).
Also dann… Hi Ireland!
Dienstag, 01.07.
Mein erster richtiger Arbeitstag! Und es ist mindestens so anstrengend wie erwartet…
Ich wachte frühs auf, schaute aus meinem Fenster und was gabs zu sehen? Sturm und Regen – juchu! Gestern war noch so schönes Wetter gewesen…
Nachdem ich alleine Frühstück gegessen + die nasse Katze reingelassen habe (das komplette Haus hat noch geschlafen *g*) kam irgendwann auch Joe runter und Anna ins Haus. Danach ging in den Stall, wo ich den Großteil meines Tages verbracht habe. Deirdra hilft im Moment auch mit aus und hat mir alles gezeigt. Erst wurden die Pferde gefüttert (und alle bekommen anderes, ganz spezielles Essen), dann wurde ausgemistet. Das hat den Großteil des Vormittages gebraucht…und ist echt eine Knochenarbeit. Erst wird mit der Mistgabel alles rausgemacht, dann gekehrt, dann neu eingestreut – und bei den großen Boxen dauert das. So hatte ich aber die Gelegenheit mit ihr etwas zu plaudern. Sie ist 18 Jahre alt und hat auch gerade ihre Schule abgeschlossen. Leider arbeitet sie nur noch für 2 Tage hier, sie wohnt aber ca. 800m Luftlinie entfernt.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter. Wir sind mit den zwei Turnierpferden ausgeritten. Die beiden sind in etwa so groß wie die Pferde, die ich in Deutschland geritten bin (also ziemlich riesig *g*), aber extrem „sportlich“ *g*. Da Nessa (ich muss mir unbedingt die ganzen Namen merken) im Moment Probleme mit ihrem Bein hat, sind wir nicht weit weg und auch nur im Schritt und Trab geblieben. Achja: das Pferd was ich geritten bin, hieß Blair *g*. Danach ging es gleich noch mal raus – und zwar mit einem Pony „Missy“ (das durfte ich reiten xD! War so ungewohnt, auf einmal wieder so nah am Boden zu sein) und einem mittelgroßen Schimmel (verflixt, wie hieß er doch gleich…). Diesmal sind wir etwas weiter geritten. Der Weg geht von Kilkenny weg, an einem sehr schönem alten Friedhof und vielen Anwesen (wahrscheinlich die reichere Gegend von Kilkenny ;)) vorbei. Danach ging’s gleich weiter, schließlich haben sie einige Pferde ;). Wir haben die 3 Jährige Coco longiert, weil sie gerade eingeritten wird und etwas Training braucht. Wir haben sie dann auch mit Doppellonge geführt (das Pferd läuft vorneweg und man selber mit zwei Longen links und rechts genau hinter dem Pferd ^^), bzw. sie hat mir gezeigt wie es geht und ich habe es dann auch gemacht. Als Coco fertig und im Stall war gings mit dem Pony „Pipi“ (ja… lustiger Name, aber in Irland kennen sie die Bedeutung nicht ^^) weiter. Diesmal habe ich sie alleine longiert und es hat auch alles super geklappt =).
Danach wurde wieder saubergemacht, gefüttert und Sonstiges erledigt.
Darf mir noch gar nicht vorstellen, dass ich all das jetzt jeden Tag machen muss… ich kann mich morgen früh vor lauter Muskelkater bestimmt kaum noch bewegen ><. WLAN gibt’s hier übrigens nicht, aber ich kann ab und zu an einen der Familiencomputer gehen. Wenn der funktioniert… schauen wir mal ^^. Byebye und schöne Grüße nach Deutschland =)!
Samstag, 05.07.08,
Huhu,
ich hoffe Euch da drüben geht’s prima und alles läuft so, wie ihr euch das vorstellt (ich denke da z.B. an Zivi, Bund oder Ferienjobs ;) ). Hoffentlich ist das Wetter bei Euch auch besser als bei uns! Hier regnet es seit Dienstag! Ich weiß im Moment gar nicht, was ich machen soll, da ich jetzt normalerweise die Pferde reite… wenn hier nicht alles unter Wasser stände. In solchen Augenblicken wünscht man sich doch sehnlichst eine Reithalle.
Meine Arbeitstage laufen eigentlich alle mehr oder weniger gleich ab, je nachdem was so anliegt. Ich stehe meistens 7.00Uhr auf, esse Frühstück und gehe in den Stall. Dann geht’s los mit Pferde füttern, Heu geben, ausmisten, Hunde rauslassen und den Hasen füttern. Wenn Pferde über Nacht auf der Koppel waren (so wie seit einigen Tagen die Stuten + Fohlen), dann muss ich auch dort hin und sie füttern + Wasser geben. Danach mache ich meistens den ganzen Stall sauber, räume alles weg, kehre und meistens ist es dann schon ca. 12.30-13.00Uhr und die Pferdies bekommen ihr Mittag in Form von Heu. In der Zeit gehe ich dann hoch und esse mein Mittag, welches Anna gemacht hat. Viele haben mich vor meiner Reise gewarnt und gesagt, dass das irische Essen sehr gewöhnungsbedürftig und nicht sonderlich gut sein soll, aber Anna’s Essen ist echt super (ob es daran liegt, dass sie ursprünglich aus Dänemark kommt…?!).
Ich glaub ich bin hier nur am Essen… jedenfalls hab ich manchmal das Gefühl, gerade mache ich z.B. mit Susan und Kathy (einer Freundin) Brownies.
Nach meiner Mittagspause geht’s dann wieder runter in den Stall. Meistens habe ich 6-7 Pferde, die ich bewegen muss, je nachdem ob Susan oder Jonathan reiten oder nicht (was sie bis jetzt nur 2x getan haben). Meistens longiere ich dann die zwei Ponies Pipi + Blaze und außerdem die junge Coco. Danach reite ich Nessa, Rory, Blair und Missy. Eigentlich ist der Tag danach „schon“ so gut wie rum. Zwischendrin erledige ich Aufgaben wie das Zaumzeug saubermachen + einfetten, Pferde waschen, Schweif einflechten, putzen, Futter holen, … . Heute musste ich z.B. Stollen in die Hufeisen machen. Die werden gebraucht, wenn die Pferde auf Springturniere mit Grasboden gehen. Am/Im Hufeisen oben links und rechts gibt es zwei „Löcher“, wenn man die ordentlich reinigt (ohne den Draht darin kaputt zu machen) kann man eine Art Schrauben reindrehen, sodass die Pferde dann besseren Halt auf dem Boden haben.
Damit ich nichts vergesse hat Sharon eine Liste mit den ganzen Aufgaben gemacht (siehe Foto ^^). Fertig bin ich meistens 20.00Uhr, je nachdem, wie viel zu tun war. Ihr seht also… plenty of work to do ;)! Joe versucht mich die ganze Zeit dazu zu bringen, weniger zu arbeiten. Er kam heute zweimal in den Stall und fragte die ganze Zeit besorgt nach, ob auch alles ok ist und most important: „Take it easy!“
Vor einigen Tagen habe ich Post von Equipeople (der Organisation aus Irland) bekommen und u.a. haben sie eine Mitreisendenliste beigelegt. Im Moment sind echt viele Leute als Farmarbeiter unterwegs in Irland, auch ein paar in meiner Region. Ich habe Mittwoch schon einmal mit einem Mädchen aus Schweden (inklusive ihrem irischen Gastvater *g*) telefoniert. Sie arbeitet auch in Kilkenny und wir wollen uns nächste Woche, wenn ich meinen freien Tag (Mittwoch oder Donnerstag) habe, mal treffen. Nachher wollte ich noch einen Jungen aus Deutschland anrufen, er arbeitet im Moment auch in der Stadt, ebenso wie einer aus Frankreich.
Mittwoch war ich auch in Kilkenny und hatte die Chance, mir die Stadt anzuschauen. Sharon hat mich mitgenommen und nach ca. 4 Stunden wieder abgeholt. So konnte ich das wunderschöne Castle und einige Kirchen besichtigen, außerdem haben sie hier eine Menge Shops und sonstige Einkaufsmöglichkeiten. Besonders toll finde ich, dass sie hier echt viele Buchläden haben, auch second hand books (wie z.B. Oxfam, ich liebe den Laden!). Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe einige Bücher mitgenommen ^^…
Außerdem hatte ich kurz die Chance (illegalerweise) ins Internet zu gehen, da ich mich an den Computer der public library geschlichen habe ;) – normalerweise kostet das 3€/30Min!
„Bestraft“ wurde ich mit einem heftigen Regenguss, als ich wieder zurück zum Treffpunkt gehen wollte. Meine Regenjacke leistet mir hier wirklich gute Dienste!
Gestern (Freitag) Abend war Joe’s Mutter Reenie zu Besuch und da Sharon und die Kids ausgeflogen – im Wahrsten Sinne des Wortes, da sie in England waren – waren, hatten wir den ganzen Abend „für uns“. Ich habe mich echt lange und nett mit ihr unterhalten, da kamen dann nach Themen wie Wetter (eindeutig das Lieblingsthema der Iren) und Essen, Sachen wie die Wahlen in Amerika, der Irak Krieg, Religion, das deutsche Schulsystem und Reisen zur Sprache =)..
Mit meiner Ma, „meinem“ Phil und meiner Oma habe ich ja schon per Telefon geredet, aber wenn sonst jemand mich anrufen will, dann freu ich mich natürlich sehr! Ich habe ein Telefon in meinem Zimmer und kann das auch benutzen. Im Moment weiß ich aber die Durchwahlnummer noch nicht, sodass Anrufe in der Küche ankommen. Muss heute Abend mal mit Sharon darüber reden, jaja… die Technik ^^. Es scheint Vorwahlen wie 01027 zu geben, sodass Anrufe nur 0,15€/Min kosten. Also am Besten sowas vorher benutzen =). Erreichbar bin ich meistens so ab 9.30p.m., also 22.30Uhr bei euch (Zeitverschieeeeeebung).
Die „Küchennummer“ ist übrigens 00353/567720644.
Liebe Grüße, Jo
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