30.07.08

Montag, 28.07.08 (diesmal das richtige Datum – wir haben Juli xD)!
Ich habe jetzt ein neues Fotoalbum angelegt, weil sich doch schon einige Bilder angesammelt haben. Es gibt sogar zwei von mir - toll, was ;)?! Der Beweis, dass ich noch lebe...
http://picasaweb.google.com/einJo9/Woche4


Letzten Dienstag ist meine Gastfamilie, zwei Freunde und ich anlässlich James Geburtstag in einem italienischen Restaurant essen gegangen. Das Besondere hierbei war, dass der Besitzer vor einigen Wochen eine berühmt-berüchtigte „My Super Sweet 16“-Party (die Sendung, die auf MTV kommt, die Party hier wird im Frühjahr 2009 ausgestrahlt) für seine Tochter geschmissen hat. Stattbekannt ist er jetzt auf jeden Fall ;).
Mittwoch Abend haben Helena und ich mal wieder die Pubs in Kilkenny unsicher gemacht *g*. Wir haben uns auf gut Glück ein Pubs gesucht und prompt ein urgemütliches gleich neben dem Schloss und dem Fluss gefunden. Die Einrichtung war traditionell gehalten und strahlte eine einladende Atmosphäre aus. Sie hatten an diesem Abend auch jemanden, der Musik gespielt hat, allerdings leider keine typisch irische Musik, sondern amerikanische Lieder. Nichtsdestotrotz hatten wir einen super Abend und viel Zeit zu quatschen – jedenfalls solange, bis uns zwei Iren angesprochen haben. Danach wurde nämlich zu 4. geredet, Guinness getrunken und Geschichten erzählt. Und das ich erst relativ spät wieder in meinem neuen Zuhause auf Zeit war, war nicht weiter schlimm, da ich Donnerstag meinen zweiten freien Tag hatte!
In Irland ist es teilweise nicht ganz so einfach von A nach B zu kommen, jedenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Obwohl die Insel relativ klein ist, braucht man aufgrund der zeitweise winzigen und kreuzgefährlichen Straßen recht lange. Ich wollte als erstes Bennettsbridge (ca. 10 Kilometer von Kilkenny entfernt) besuchen. Sharon hat mich freundlicherweise dorthin gefahren und ich habe das Fahrrad mitgenommen. In Bennettsbridge sollte es ein „Folk and Heritage“-Museum geben, also habe ich mich als erstes dorthin auf den Weg gemacht. Das Museum war eigentlich ein kleines Häuschen, welches einem alten Mann gehört und aufgemacht wird, wann und wie er Lust hat – und am Donnerstag hatte er leider keine Lust. Jedenfalls prangte ein großes „Closed“-Schild am Eingang. Da Bennettsbridge wirklich ein kleines 100 Seelen Dörflein war, habe ich mir stattdessen die 3 anderen „Sehenswürdigkeiten“ angeschaut. Das war der „Nicholas Mosse Irish Country Shop“ (ein Töpferladen), „Keith Mosse Wood Working“ (ein Laden mit Holzarbeiten) und „Moth to a Flame“ (ein Kerzenladen). Danach wollte ich weiter nach Thomastown, eigentlich per Fahrrad. Nach einem Gespräch mit einer Verkäuferin entschied ich aber, doch per Auto kutschiert zu werden, da sich Fahrräder auf solchen Straßen wohl nicht zu gut machen und ab und an plattgefahren werden (die rasen hier teilweise wirklich, und das bei den kurvigen Straßen). So ging es dann gleich weiter, durch Thomastown zur Jerpoint Abbey. Das Kloster ist wirklich sehenswert! Es wurde im späten 14. Jahrhundert erbaut und die Ruinen ragen bis heute gen Himmel – einziges Manko ist jetzt, dass eine relativ vielbefahrene Straße nun dicht vorbeiführt.
Ich hatte Glück und konnte mich nach meiner privaten Tour einer geführten (kostenlosen) Tour anschließen. Diese hat fast 2 Stunden gedauert (was zu großen Teilen an den Fragen einer sehr interessierten älteren Frau lag), war aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Da ich so relativ spät dran war, habe ich mir gleich noch mehr Zeit genommen und mich von vornherein für den letzteren (von zwei) Zügen entschieden, der mich dann wieder nach Hause bringen sollte. So ging es dann also per Fahrrad nach Thomastown, einer sehr kleinen, übersichtlichen Stadt. Dort konnte ich mich dann bei wunderschönstem (z.T. schon zu warmen) Wetter etwas erholen und den Tag ausklingen lassen.
Zurück in Kilkenny habe ich zum ersten Mal den Bahnhof und das nahegelegene, neugebaute Shoppingcenter gesehen.
Am Freitag haben wir dann ein neues Pferd auf Zeit bekommen. Einen 5-jährigen Rappen, der von nun an für Jonathan (anstelle der verletzten Stute) auf Springturniere gehen soll. Das Pferd muss beim aufsteigen und reiten wohl ziemlich kompliziert sein, jedenfalls waren gleich zwei starke Männer da, um Jonathan zu helfen überhaupt raufzukommen.
Übrigens wurde ich Freitag vormittag das erste mal von einem Pferd getreten. Ich habe eine der Stuten und Fohlen auf die Koppel gebracht und wurde prompt vom Fohlen getroffen. Zum Glück vom Fohlen, schließlich hat das noch relativ kleine Hufe ohne Hufeisen. Aber geschockt war ich trotzdem erstmal ;).
Am Samstag war wieder sehr viel Arbeit in sehr kurzer Zeit angesagt, da alles für das Turnier am Sonntag vorbereitet werden musste. In meiner Mittagspause hat Killian die ganze Zeit Sharon genervt, weil er unbedingt in den neuen Batman Film (The Dark Knight) gehen wollte. Nach kurzer Diskussion wurde ich ausgesandt, ihn dorthin zu begleiten (juchu ^^). Der Film war hier ab 15 freigegeben – entspricht in Deutschland 16 – und dementsprechend absolut nicht geeignet für einen 7-jährigen Jungen. Heath Ledger als „The Joker“ hat selbst mich zu Tode erschreckt. Hochachtung vor einer solch grandiosen schauspielerischen Leistung - umso trauriger, dass nichts Weiteres folgen kann :(. Ansonsten hat der Film an sich mich nicht sonderlich umgehauen, viel zu brutal und actionlastig.
Abends, nach einer Menge erledigter Arbeit, ging es dann mit Anna in zwei der „besten“ Pubs von Kilkenny. In Morrisson’s, einer Late Night Bar (hatte bis um 2.00Uhr auf), versammeln sich jedes Wochenende alle feierwütigen Iren aus der Umgebung und lassen es krachen. Als wir da waren, haben wir Bekanntschaft mit einer Gruppe von Männern gemacht, die das Spiel „Dare“ gespielt haben. Es besteht daraus, auf gut Glück eine Karte für einen Unglücklichen zu ziehen und dieser muss dann das machen, was darauf steht. In dem Fall war es „Sprich in Mädchen für 60 Sekunden auf Deutsch an“. Und ratet mal, wer das Mädchen war *ggg* - und sein deutsch war nicht wirklich deutsch, jedenfalls habe ich kaum etwas verstanden. Auf jeden Fall war es ein sehr lustiger Abend und so konnte ich das Schlafdefizit am nächsten morgen auch verkraften ;).
Gegen 11.00Uhr am darauffolgenden Tag sind wir Richtung St. Mullins an der Grenze zu Carlow aufgebrochen, weil dort ein Springturnier stattfand. Der Ablauf war wie bei den anderen Turnieren, viel hin und her rennen, aufsatteln, absatteln,… und keine Zeit sich kurz zu erholen. Das wäre bei dem unglaublich heißen Tag, aber wirklich nötig gewesen. Ich konnte überraschenderweise aber schon früher mit Joe und James nach Hause fahren und so in Ruhe die Stallarbeit beenden. Danach bin ich per Fahrrad noch einmal in die Stadt gefahren, hab mir im nahegelegenen Spar Verpflegung in Form von Yoghurt + Keksen (siehe Bilder) gekauft, mich in den Park gesetzt, gelesen und einfach nur die Seele baumeln lassen.
Heute war der gruseligste Tag überhaupt, den werde ich sicherlich so schnell nicht vergessen. Aber am liebsten möchte ich einfach gar nicht mehr daran denken… .
Ich bin frühs, nachdem ich die Pferde im Stall gefüttert habe, Richtung Koppeln gelaufen, um dort die zwei Stuten und Fohlen zu füttern. Dort angekommen sehe ich, dass sich das eine Fohlen richtig, richtig böse am Kopf verletzt hat. Ich konnte meinen Augen erst gar nicht trauen, der Anblick hätte eher zu einem Horror-Splattermovie als zur Realität gepasst. Ich bin sofort zu Sharon gerannt und hab ihr gesagt, dass sie den Tierarzt anrufen soll, dann haben wir die Stute und das Fohlen in den Stall gebracht und bange gewartet. Das Fohlen ist mit dem Kopf am Zaun hängen geblieben und hat sich das komplette Gesicht aufgerissen – am besten erzähl ich gar nicht weiter, mir wird schon wieder schlecht, wenn ich dran denke. Ich musste es dann halten, als die Tierärztin es genäht hat und zwischendurch abbrechen, weil mir das schlecht und schwindelig von dem Anblick war.
Als wäre das nicht genug, mussten heute noch zwei neue Pferde in den Stall gebracht werden. Das Problem: die zwei standen die ganze Zeit auf der Koppel, sind noch nicht eingeritten und nicht sonderlich an Menschen gewöhnt. Tore und ich haben die zwei Pferde vorsichtig von der entfernt gelegenen Koppel in einen Stall geführt und von dort versucht in den Transporter zu befördern. Zum Glück hatten wir Hilfe von Ger O’Brien, einem Mann dem hier eine nähergelegene Farm (+ das neue Pferd) gehört und der eine Art Pferdeflüsterer zu sein scheint *g*. Jedenfalls haben wir mit seiner Hilfe die Pferde irgendwie in den Anhänger und dann auch wieder raus und in die zwei Boxen hier bekommen. Für mich war das bisher auf jeden Fall genug Aufregung für einen Tag, oder besser eine Woche oder Monat und ich hoffe inständig, dass der Tag keine weiteren bösen Überraschungen birgt. Und dabei habe ich gerade erst meine Mittagspause…

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

oho, hier schreibt wohl keiner mehr! dann mach ich das fix. arbeite schoen fleissig, das richtige kommentar is weiter oben!
gruessle aus hot-ilmenau, carsten

Anonym hat gesagt…

So, wieder mal Zeit zu lesen bzw. zu schreiben. Dein Schreibstil ist schon toll... vielleicht schreibst du ja wirklich mal ein Buch oder so ^^ Du scheinst ja putzmunter zu sein. Das freut mich! Schöne Zeit noch!